Viele Perspektiven,
ein gemeinsamer Auftrag.

Der Bayerische Landesstudierendenrat (BayStuRa) ist die im Hochschulinnovationsgesetz festgeschriebene Interessensvertretung aller Studierenden in Bayern.

Aktuelle Beschlüsse

30 Apr 2026

Mehr Selbstbestimmung, weniger Pflicht: Gegen ungerechtfertigte Anwesenheitspflichten an bayerischen Hochschulen

Mehr Selb­st­bes­tim­mung, weniger Pflicht: Gegen ungerecht­fer­tigte Anwe­sen­heit­spflicht­en an bay­erischen Hochschulen

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15 Mär 2026

Moderne Mobilität – Was Studierende in Bayern jetzt brauchen

Egal ob zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Auto, dem Motor­rad oder mit dem öffentlichen Per­so­nen­nahverkehr (ÖPNV): Studieren ist immer mit Mobil­ität­san­forderun­gen ver­bun­den. Wie und ob Studierende in Bay­ern zu Hörsälen, Sem­i­nar­räu­men, Bib­lio­theken und Laboren gelan­gen, bes­timmt wie gut und gerne in Bay­ern studiert wird. Ein attrak­tiv­er Hochschul­stan­dort erfordert daher Mobil­ität­skonzepte, die der Leben­sre­al­ität der Studieren­den entsprechen: bezahlbar, krisen­fest, bar­ri­ere­frei und rund um die Uhr ver­lässlich. Um dies sicherzustellen, fordern wir die schnelle Umset­zung der fol­gen­den Maß­nah­men: Stu­di-Tick­ets im ÖPNV Der ÖPNV spielt für die stu­den­tis­che Mobil­ität eine zen­trale Rolle. Da Hochschul­stan­dorte oft über ganze Städte verteilt sind, stoßen Fußweg und Fahrrad schnell an ihre Gren­zen. Eine zuver­läs­sige ÖPNV-Anbindung ist daher essen­ziell, um effizient zwis­chen Wohnort und Hochschulstandort(en) zu pen­deln. Je nach Stan­dort nutzen bis zu drei von vier Studieren­den den Nahverkehr [Q1].  Ein zen­traler Eckpfeil­er für diese Mobil­ität ist das vom Freis­taat bezuschusste Bay­erische Ermäßi­gung­stick­et, das als vergün­stigtes Deutsch­landtick­et allen Studieren­den seit dem Win­terse­mes­ter 2023 zur Ver­fü­gung ste­ht. Auf diesem Erfolg möcht­en wir mit einem Opti­mierungspaket für das Ermäßi­gung­stick­et gemein­sam auf­bauen. 1. Dauer­hafte Sich­er­stel­lung des Bay­erischen Ermäßi­gung­stick­ets Wir fordern vom Freis­taat Bay­ern, das Ermäßi­gung­stick­et als inte­gralen Bestandteil stu­den­tis­ch­er Leben­squal­ität dauer­haft auch über das Jahr 2027 hin­aus abzu­sich­ern. Ziel muss sein, das Tick­et unab­hängig von kurzfristi­gen Haushalt­sentschei­dun­gen und bun­desweit­en Preis­dy­namiken beim Deutsch­landtick­et als langfristige ver­lässliche finanzielle Kon­stante im Leben der bay­erischen Studieren­den zu betra­cht­en. Ins­beson­dere soll sich der Freis­taat Bay­ern dafür ein­set­zen, dass für uns Studierende die Preise nicht steigen. Nur so leis­tet der Freis­taat auch in Zukun­ft einen entschei­den­den Beitrag zur finanziellen Ent­las­tung der Studieren­den zum The­ma Mobil­ität und stärkt nach­haltig die Attrak­tiv­ität des Hochschul­stan­dorts Bay­ern. 2. Preis­er­höhun­gen beim Ermäßi­gung­stick­et gemein­sam schul­tern Um die Attrak­tiv­ität und soziale Aus­ge­wogen­heit des Tick­ets langfristig zu erhal­ten, soll der staatliche Zuschuss vom bish­eri­gen fix­en Betrag von 20 Euro fes­ten Prozentsatz von 40 % des jew­eils gülti­gen Deutsch­­landtick­­et-Preis­es umgestellt wer­den. Die Dringlichkeit dieser Anpas­sung wird durch einen Blick auf die Koste­nen­twick­lung verdeut­licht: In weniger als drei Jahren seit Ein­führung hat sich das Tick­et um fast 50 % ver­teuert. Im sel­ben Zeitraum stieg der Min­dest­lohn lediglich um 16 % und der BAföG-Grund­be­­darf sog­ar nur um 5 %. Diese wach­sende Diskrepanz führt dazu, dass das Tick­et für Studierende trotz der Unter­stützung durch die Staat­sregierung zunehmend zur finanziellen Belas­tung wird. Um diese zunehmende Belas­tung nach­haltig aufz­u­fan­gen, ist eine prozen­tuale Dynamisierung des Zuschuss­es der kon­se­quente näch­ste Schritt. Wenn die staatliche Ent­las­tung mit kün­fti­gen Tar­if­sprün­gen mitwächst, bleibt das bay­erische Mod­ell dauer­haft attrak­tiv. So wird sichergestellt, dass all­ge­meine Preis­er­höhun­gen gemein­sam getra­gen und die bay­erischen Studieren­den nicht über­pro­por­tion­al belastet wer­den. 3. Sicherung lokaler Semes­ter­mod­elle Der Fortbe­stand lokaler Semes­tertick­­et-Mod­­elle an den einzel­nen Hochschul­stan­dorten ist zu garantieren. Diese bewährten Vere­in­barun­gen zwis­chen stu­den­tis­chen Vertre­tun­gen, Studieren­den­werken und Verkehrsver­bün­den dienen vielerorts als Grund­lage für ein bedarf­s­gerecht­es, sol­i­darisch finanziertes Grund­mo­bil­ität­sange­bot, auf welch­es das Ermäßi­gung­stick­et naht­los als Upgrade-Lösung aufge­bucht wer­den kann.  4. Tech­nis­che Weit­er­en­twick­lung vom Ermäßi­gung­stick­et Um das Ermäßi­gung­stick­et an die tech­nis­chen Stan­dards des Deutsch­landtick­ets anzu­gle­ichen, sind drei Weit­er­en­twick­lun­gen notwendig. Konkret fordern wir: 5. Großflächige ÖPNV-Aus­fälle ein­heitlichen adressieren Wir fordern krisen­feste Regelun­gen für großflächige Infra­struk­turstörun­gen während der Vor­le­sungs- und Prü­fungsphasen. Großwet­ter­ereignisse zeigen auf, dass der ÖPNV in Krisen­si­t­u­a­tio­nen unzu­ver­läs­sig oder kom­plett zum Erliegen kom­men kann [Q4] [Q5]. Studierende dür­fen dadurch keine akademis­chen Nachteile erlei­den. Konkret plädieren wir für: Cam­pus­mo­bil­ität Cam­pus­mo­bil­ität umfasst die Wegekette zum, vom und auf dem Cam­pus.  Dies umschließt aus­drück­lich den öffentlichen Per­so­n­en­verkehr, das Fahrrad, PKWs und auch den Weg zu Fuß. 28 % [Q2] der Studieren­den pen­deln dabei sog­ar 25 Kilo­me­ter oder mehr. Für sie wird nach­haltige Mobil­ität vor allem durch eine leis­tungs­fähige Kom­bi­na­tion aus öffentlichem Nahverkehr, Fahrrad­nutzung und entsprechen­den Schnittstellen zwis­chen allen Verkehrsmit­teln real­is­tisch. Ohne präzise aufeinan­der abges­timmte Verkehrsange­bote entste­hen unnötige Prob­leme für Studierende, die in Teilen leicht zu lösen wären. 1. Verbesserte Anbindung aller Hochschul­stan­dorte Eine verbesserte Anbindung aller Ler­norte – beson­ders an den Campi und mit diesen zusam­men­hän­gen­den Orten – wie z. B.  Unikliniken, Bib­lio­theken, Mensen – ist essen­ziell für die Studieren­den. Dafür braucht es abges­timmte Umsteigeket­ten und eine Anbindung, die sich an realen Stu­di­en­abläufen ori­en­tiert (Vor­lesungs­be­ginn, Prü­fungszeit­en, Arbeit­szeit­en) sowie Verbindun­gen zwis­chen weit verteil­ten Campi. Wir schla­gen min­destens jährliche Gespräche zwis­chen stu­den­tis­chen Vertreter*innen und Verkehrsan­bi­etern vor, um zu prüfen, ob es Bedarf an all­ge­meinen Lin­ien­an­pas­sun­gen, Hal­testel­len­ver­legun­gen und Anpas­sun­gen der Fahrplan­tak­tun­gen gibt.  Durch einen inten­siv­eren Aus­tausch kön­nen Verkehrsver­bünde die Rück­mel­dun­gen von stu­den­tis­chen Vertreter*innen ziel­gerichtet für Fahrplanän­derun­gen ein­holen, um ihr Ange­bot und damit die Attrak­tiv­ität des eige­nen ÖPNV-Ange­bots zu steigern. 2. Teil­habe und Mobil­ität zwis­chen Lehrver­anstal­tun­gen opti­mieren Wir fordern außer­dem Maß­nah­men, die real­is­tisch die Teil­nahme an Lehrver­anstal­tun­gen an ver­schiede­nen Stan­dorten ermöglichen. Wenn Lehrpläne stan­dortüber­greifende Teil­nahme erfordern, sollen Hochschulen auf hybride Teil­nah­meop­tio­nen acht­en, die Mach­barkeit und Zumut­barkeit der Stan­dortwech­sel im Hin­blick auf die Zeit­en zwis­chen den Vor­lesun­gen sowie den zeitlichen Gesamtbe­darf für die Wech­sel, beson­ders auch die zeitliche Mach­barkeit für Men­schen mit kör­per­lichen Beein­träch­ti­gun­gen sich­er­stellen und darauf acht­en, dass trotz Stan­dortwech­sel eine aus­re­ichende Zeit für die Mit­tagspause bleibt 3. Ver­lässliche ÖPNV-Mobil­ität bis in den späten Abend  Wir fordern eine ver­lässliche Erre­ich­barkeit der Hochschul­räum­lichkeit­en mit­tels ÖPNV bis in die späten Abend­stun­den. Ein Studi­um endet nicht um 18 Uhr: Ler­nen in der Bib­lio­thek, Gremien­ar­beit, Laborzeit­en und hochschulüber­greifende Lehrfor­mate set­zen ver­lässliche Rück­wege voraus. Oft­mals kann das bish­erige ÖPNV-Ange­bot hier abends nicht mithal­ten. Ins­beson­dere in den Prü­fungsphasen nutzen viele Studierende die Lern­möglichkeit­en auf dem Cam­pus bis tief in die Nacht. Deshalb fordern wir eine bedarf­s­gerechte Tak­tung und Erre­ich­barkeit auch außer­halb der reg­ulären Vor­lesungszeit­en. 4. Bar­ri­ere­frei­heit und Inklu­siv­ität als Min­dest­stan­dard Wir erwarten, dass Bar­ri­ere­frei­heit und Inklu­siv­ität als verbindlich­er Min­dest­stan­dard in der Cam­pus­pla­nung ver­ankert wer­den. Nur durch stufen­freie, ebene Routen, funk­tion­ierende Aufzüge und eine ver­lässliche Beschilderung wird die Fort­be­we­gung nicht zu einem weit­eren Hin­der­nis – ein essen­zieller Beitrag zur chan­cen­gle­ichen Bil­dung. Dabei dür­fen diese bar­ri­ere­freien Verbindun­gen gegenüber reg­ulären Wegen keinen sig­nifikan­ten zeitlichen Mehraufwand verur­sachen. 5. Verkehrssicher­heit Für einen sicheren Weg braucht es beleuchtete Hauptverbindun­gen, klare Weg­weisung zu und am Cam­pus, kon­flik­tarme Führung zwis­chen Fuß- und Rad­strö­men sowie kon­se­quente Win­ter­di­en­ste auf den rel­e­van­ten Hauptverbindun­gen zum Cam­pus, als auch auf diesem. Hochschulen, Städte und Gemein­den tra­gen eine beson­dere Ver­ant­wor­tung für Verkehrssicher­heit auf dem Weg zur Hochschule sowie auf dem Cam­pus.  6. Den PKW in die Cam­pusstrate­gie ein­beziehen Für eine kli­mafre­undliche Anreise müssen Park-and-Ride-Ange­bote aus­ge­baut wer­den, um den Umstieg auf den ÖPNV zu erle­ichtern. An Stan­dorten mit unzure­ichen­der Anbindung ist mit­tel­fristig eine aus­re­ichende Zahl an Park­plätzen expliz­it für Studierende sicherzustellen, wobei Dauer­parken kon­se­quent unter­bun­den wer­den muss. Zur Reduk­tion des Indi­vid­u­alverkehrs fordern wir zudem die Förderung von

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15 Mär 2026

Beitritt Masterplan Prävention Bayern

Der Bay­erische Lan­desstudieren­den­rat (BayStu­Ra) tritt dem Bünd­nis für Präven­tion Bay­ern bei

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Aktuelle Pressemitteilungen

23 Apr 2026

Pay-to-Win im Studium: Warum Gebühren für Verbesserungsversuche im Jurastudium ungerecht sind.

Mit großer Sorge beobacht­en wir die geplante Änderung der Juris­tis­chen Aus­­bil­­dungs- und Prü­fung­sor­d­nung (JAPO). Darin sollen zeit­gle­ich mit den E‑Examen Prü­fungs­ge­bühren für den Verbesserungsver­such im ersten juris­tis­chen Staat­sex­a­m­en (350 Euro) und im zweit­en Staats-exa­m­en (650 Euro) einge­führt wer­den. Bish­er waren diese Verbesserungsver­suche kosten­frei – und das aus gutem Grund. Die Ein­führung dieser enor­men Gebühren ist entsch­ieden abzu-lehnen.  Diese Maß­nahme stellt eine erhe­bliche zusät­zliche finanzielle Belas­tung für Studierende dar. Bere­its heute ist das Juras­tudi­um ein­er der kosten­in­ten­sivsten und belas­tend­sten Stu­di­en-gänge: eine jahre­lange Stu­dien­zeit ohne Einkom­men, kostenpflichtige Repeti­to­rien, teure Lern-mate­ri­alien und oft­mals ein erhe­blich­er psy­chis­ch­er Druck. Nun sollen Studierende auch noch für die Möglichkeit bezahlen, ihre ein­mal erzielte Note zu verbessern. Das ist sozial ungerecht und trifft vor allem Studierende aus einkom­menss­chwächeren Fam­i­lien. Die geplanten Ände-run­­gen unter­graben die Chan­cen­gle­ich­heit im juris­tis­chen Aus­bil­dungssys­tem. Die End­note im Staat­sex­a­m­en entschei­det maßge­blich über die beru­fliche Per­spek­tive, obwohl sie lediglich auf dem Ergeb­nis ein­er einzi­gen Woche des gesamten Studi­ums basiert. Der Zugang zu Kar­ri-eren in Jus­tiz, Ver­wal­tung und Wis­senschaft hängt fast auss­chließlich von den erbracht­en Leis-tun­­gen im Staat­sex­a­m­en ab. Eine Noten­verbesserung an eine finanzielle Hürde zu kop­peln, wi-der­spricht jedem Anspruch an ein leis­tung­sori­en­tiertes Aus­bil­dungssys­tem. Die geplanten Ge-bühren führen zu ein­er Selek­tion und ver­schär­fen die soziale Ungle­ich­heit. Sabine Kam­intzky betont: “Wer aus einem finanzs­tarken Eltern­haus stammt, kann sich einen zweit­en Ver­such – und damit eine bessere Note – leis­ten. Die geplanten Gebühren ver­schieben die Spiel­regeln: Nicht mehr nur Leis­tung zählt, son­dern auch finanzielle Möglichkeit­en. Wer Chan­cen bepreist, pro­duziert Ungle­ich­heit – genau das passiert hier.“  Darüber hin­aus wirft auch die konkrete Aus­gestal­tung der Gebühren erhe­bliche Fra­gen auf. Der deut­liche Preis­sprung zwis­chen dem ersten und dem zweit­en Staat­sex­a­m­en (350 Euro bzw. 650 Euro) ist sach­lich kaum nachvol­lziehbar. Für Studierende entste­ht der Ein­druck, dass die Höhe der Gebühr für das zweite Exa­m­en nicht sach­lich begrün­det ist, son­dern schlicht festge-set­zt wurde. Es bleibt unklar, warum der Verbesserungsver­such im zweit­en Exa­m­en nahezu dop­pelt so hoch bepreist wer­den soll, obwohl bei­de Prü­fun­gen zen­trale Bestandteile der­sel­ben Aus­bil­dung darstellen. Als Begrün­dung für die Ein­führung der Gebühren führt das Min­is­teri­um an, dass sich Studierende regelmäßig zum Exa­m­en anmelden, jedoch nicht erscheinen und dadurch ver­mei­d­bare Kosten verur­sachen. Dieses Prob­lem ist dur­chaus real, die gewählte Lösung jedoch wenig ziel­gerichtet. Eine pauschale Kosten­be­las­tung aller Prüflinge im Verbesse-rungsver­­such trifft auch diejeni­gen, die sich ver­ant­wor­tungsvoll ver­hal­ten und tat­säch­lich an der Prü­fung teil­nehmen. Deut­lich sin­nvoller wäre eine dif­feren­zierte Regelung: Beispiel­sweise kön­nten Gebühren gezielt bei unbe­grün­de­tem Nichter­scheinen erhoben wer­den. Ein solch­er Ansatz würde Fehlver­hal­ten adressieren, ohne zugle­ich alle Prüflinge pauschal zu belas­ten. Hinzu kommt, dass im Zuge der geplanten Änderun­gen auch die Ein­führung des E‑Examens vor­angetrieben wird. Diese Entwick­lung ist grund­sät­zlich zu begrüßen: Die Dig­i­tal­isierung der Prü­fungs­for­mate ist über­fäl­lig und kann zu mehr Effizienz, Ein­heitlichkeit und zeit­gemäßen Prü-fungs­be­d­in­­gun­­gen beitra­gen. Prob­lema­tisch ist jedoch, dass ein Teil der damit ver­bun­de­nen Kosten offen­bar auf die Studieren­den durch die Verbesserungsver­suche umgelegt wer­den soll. Mit der Ein­führung weit­er­er Kosten wer­den ohne­hin weniger priv­i­legierte Studierende struk­turell aus­geschlossen.  Darüber hin­aus ist der hochschulpoli­tis­che Effekt dieser Regelung nicht hin­re­ichend durch-dacht. Die zusät­zliche finanzielle Hürde wird dazu führen, dass Studierende noch größere Angst vor dem Staat­sex­a­m­en entwick­eln. Wenn ein Verbesserungsver­such nicht nur emo­tion­al, son-dern auch finanziell sank­tion­iert oder aus finanziellen Grün­den unmöglich wird, wer­den viele Studierende ver­suchen, auf Num­mer sich­er zu gehen und ihr Exa­m­en weit­er hin­auszuzögern. Die Fol­gen sind län­gere Stu­dien­zeit­en und eine stärkere Inanspruch­nahme von uni­ver­sitären Ange­boten wie Klausurenkursen und Exa­m­ens­be­treu­un­gen. Diese sind betreu­ungs- und kos-ten­in­ten­­siv und verur­sachen erhe­bliche Mehrkosten für die Uni­ver­sitäten – ein Effekt, der den ange­blichen finanziellen Nutzen der Gebühren ad absur­dum führt.  Auch gesellschaftlich ist die geplante Regelung äußerst kri­tisch zu bew­erten. Wenn sich weni-ger Studierende einen Verbesserungsver­such leis­ten kön­nen oder wollen, sinkt die Zahl der Ab-sol­ventin­­nen und Absol­ven­ten mit Prädikat­sex­a­m­en. Ger­ade diese Noten sind jedoch häu­fig Voraus­set­zung für den Zugang zur Jus­tiz. Angesichts des bere­its beste­hen­den und sich weit­er ver­schär­fend­en Richter*innenmangels ist es bil­­dungs- und gesellschaft­spoli­tisch unver­ant-wortlich, struk­turelle Hür­den zu schaf­fen, die eine Noten­verbesserung erschw­eren. Amir Hasu­kic bekräftigt: “Anstatt Zugänge zu juris­tis­chen Berufen zu öff­nen und chan­cen­gerecht zu gestal-ten, wird die soziale Ungerechtigkeit im Juras­tudi­um ver­stärkt. Aus einem Exa­m­en wird ein Preiss­child, und das hat im Bil­dungssys­tem nichts ver­loren.” Statt jun­gen Men­schen die Per-spek­­tive auf eine Leis­tungsverbesserung zu ver­bauen, müsste diese vielmehr aktiv gefördert wer­den. Das juris­tis­che Staat­sex­a­m­en ist einzi­gar­tig. In kaum einem anderen Stu­di­en­gang hängt die End­note so stark von ein­er extrem kurzen Prü­fungsphase ab, die über Jahre der Aus-bil­­dung hin­weg entschei­det. Moritz Schmid verdeut­licht: “Genau deshalb ist es essen­ziell, Stu-dieren­­den die Möglichkeit zu geben, sich zu verbessern, Erfahrun­gen aus dem ersten Ver­such zu nutzen und ihre tat­säch­liche Leis­tungs­fähigkeit unter Beweis zu stellen. Wer seine Exa­m­ens-note verbessern will, sollte nur an Leis­tung gemessen wer­den – nicht am Kon­to­stand.” Abschließend lässt sich fes­thal­ten: Die Ein­führung von Gebühren für den Verbesserungsver-such im Staat­sex­a­m­en ist sozial ungerecht, ver­schärft die Bil­dung­sun­gle­ich­heit, belastet die Uni­ver­sitäten zusät­zlich und hat neg­a­tive Auswirkun­gen auf die gesamte Gesellschaft. Diese geplante Änderung der JAPO darf nicht umge­set­zt wer­den. Der Verbesserungsver­such muss weit­er­hin kosten­frei bleiben – im Inter­esse der Chan­cen­gle­ich­heit, der Qual­ität der juris­tis­chen Aus­bil­dung und ein­er funk­tions­fähi­gen Jus­tiz. 

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29 Mär 2026

Wahlen des Landesstudierendenrats: Ab April ein neues Sprecher*innen-Team

von links: Moritz Schmid, Amir Hasu­kic und Sabine Kam­intzky Auf der diesjähri­gen Wahlsitzung des Bay­erischen Lan­desstudieren­den­rats an der Tech­nis­chen Hochschule Nürn­berg am 11. Jan­u­ar 2026 wur­den die neuen Sprecher*innen gewählt. Ab 01. April 2026 wer­den Sabine Kam­intzky (Katholis­che Stiftung­shochschule München), Amir Hasu­kic (Uni­ver­sität Bayreuth) und Moritz Schmid (Uni­ver­sität Regens­burg) als neues Sprecher*innen-Team die über 400.000 bay­erischen Studieren­den vertreten. Im bish­eri­gen Amt­s­jahr kon­nten sich die derzeit­i­gen Sprecherin­nen unter anderem erfol­gre­ich für eine Erhöhung der Investi­tio­nen in Sanierungs­maß­na­hen ein­set­zen. Dies gelang ihnen zulet­zt mit der Aus­rich­tung ein­er Kun­stausstel­lung zu den mar­o­den Zustän­den der Hochschulen. Anknüpfend an die bish­eri­gen Erfolge, freut sich das neue Team darauf, in die Fußstapfen ihrer Vorgän­gerin­nen zu treten und gemein­sam mit den Delegierten an weit­eren Pro­jek­ten für die stu­den­tis­chen Inter­essen zu arbeit­en. Neben den aktuellen Posi­tio­nen brin­gen die zukün­fti­gen Sprecherin­nen eigene The­men­schw­er­punk­te mit. Sabine Kam­intzky äußert sich: „Hochschulen soll­ten Orte sein, an denen Ver­ant­wor­tung für die Inklu­sion der Studieren­den über­nom­men wird und beispiel­sweise Beschilderun­gen in Brailleschrift nicht nur die pos­i­tive Aus­nahme sind”. Amir Hasu­kic ergänzt: „Zusät­zlich müssen wir uns stärk­er für mehr Chan­cen­gle­ich­heit, bezahlbaren Wohn­raum und kostengün­stige Mobil­ität ein­set­zen, damit Studieren nur noch eine Frage der per­sön­lichen Entschei­dung wird“. Darüber hin­aus bekräftigt Moritz Schmid: „Unsere Hochschulen müssen beim The­ma Nach­haltigkeit und Dig­i­tal­isierung eine Vor­re­it­er­rolle ein­nehmen. Ein­er­seits müssen wir durch bessere dig­i­tale Infra­struk­tur die Rah­menbe­din­gun­gen für exzel­lente Lehre stärken. Ander­er­seits müssen Trans­for­ma­tion­sprozesse der Hochschulen nach­haltig mit­gestal­tet wer­den“. Die amtieren­den Sprecher*innen blick­en auf eine erfol­gre­iche Amt­szeit zurück und freuen sich zugle­ich über das Engage­ment der Studieren­den: „Es ist schön zu sehen, dass das Amt der Sprecher*innen des BayStu­Ra nun in motivierte und ver­ant­wor­tungs­be­wusste Hände überge­ht“, erk­lären Mona Dirmaier, Lukas Strutz und Anni­ka Win­ters­berg­er.  „Die Her­aus­forderun­gen unser­er Studieren­den sind vielfältig und kom­plex. Deshalb möcht­en wir deren Anliegen vorantreiben und uns für die Verbesserung der Stu­di­enbe­din­gun­gen ein­set­zen. Wir als Teil der bay­erischen Hochschul­land­schaft freuen uns darauf gemein­sam mit Studieren­den, poli­tis­chen Ansprecher­part­ner­in­nen und Ver­bän­den zusam­men­zuar­beit­en.“, so das zukün­ftige Sprecherin­nen Team.

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20 Sep 2025

Preisexplosion beim Deutschlandticket: Studierende schlagen Alarm

Der Bay­erische Lan­desstudieren­den­rat (BayStu­Ra) kri­tisiert die angekündigte erneute Erhöhung des Deutsch­landtick­ets auf 64 Euro.  „Die geplante Erhöhung des Deutsch­landtick­ets ist ein Schlag ins Gesicht viel­er Studieren­der“, kri­tisiert Mona Dirmaier, Sprecherin des BayStu­Ra. „Für uns ist ein bezahlbar­er öffentlich­er Nahverkehr nicht nur wün­schenswert, son­dern essen­ziell, um über­haupt studieren zu kön­nen. In der aktuell ohne­hin anges­pan­nten finanziellen Lage viel­er Studieren­der stellt sich zunehmend die Frage, ob ein Studi­um ohne umfassende Unter­stützung aus dem Eltern­haus über­haupt noch real­isier­bar ist.“ Für Studierende ist der öffentliche Nahverkehr Voraus­set­zung, um am Hochschu­lall­t­ag teilzunehmen — sei es für den Weg zur Uni, zum Neben­job oder zum Prak­tikum. Beson­ders in einem Flächen­land wie Bay­ern, wo Wohnorte und Hochschul­stan­dorte oft weit auseinan­der­liegen, ist bezahlbare Mobil­ität kein Luxus, son­dern Grund­vo­raus­set­zung für Bil­dungs­gerechtigkeit. „Wer solche Preis­steigerun­gen beschließt, blendet die Real­ität der Studieren­den schlicht aus. Das sorgt für Frus­tra­tion“, erk­lärt Anni­ka Win­ters­berg­er, Sprecherin des BayStu­Ra. „Während das BAföG nach wie vor nicht ans Exis­tenzmin­i­mum angepasst ist und tausende Studierende ohne­hin schon am finanziellen Lim­it leben, soll aus­gerech­net beim Zugang zur Mobil­ität weit­er abkassiert wer­den. Das ist unver­ant­wortlich.“ „Die angekündigten automa­tis­chen Preis­steigerun­gen ab 2027 ver­schär­fen das Prob­lem zusät­zlich. Anstatt langfristige finanzielle Sicher­heit für Studierende zu schaf­fen, wird die Unsicher­heit insti­tu­tion­al­isiert. Mobil­ität wird zur Kosten­falle, anstatt ein ver­lässlich­er Bestandteil der Stu­di­en­re­al­ität zu sein”, so die Sprecher*innen des BayStu­Ra. „Was wir brauchen, ist eine nach­haltige und sozial gerechte Finanzierung des ÖPNV und keine Preis­spi­rale, die junge Men­schen sys­tem­a­tisch auss­chließt“, so Lukas Strutz, Sprech­er des  BayStu­Ra. „Ohne einen bezahlbaren ÖPNV wird die soziale Kluft im Bil­dungswe­sen weit­er wach­sen.“ Der BayStu­Ra appel­liert ein­dringlich an die Bay­erische Lan­desregierung, sich auf Bun­de­sebene klar gegen die Preis­er­höhung zu posi­tion­ieren. Gle­ichzeit­ig müsse das Land die beste­hende Ermäßi­gung für Studierende deut­lich ausweit­en, um die dro­hende finanzielle Mehrbe­las­tung auszu­gle­ichen. Es braucht eine langfristige Strate­gie von Bund und Län­dern, um das Deutsch­landtick­et für einkom­menss­chwache Grup­pen — ins­beson­dere Studierende — bezahlbar zu hal­ten.

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