Pressemitteilungen
Hier kommt dann noch ein Beschreibungstext hin.
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Mit großer Sorge beobachten wir die geplante Änderung der Juristischen Ausbildungs- und Prüfungsordnung (JAPO). Darin sollen zeitgleich mit den E‑Examen Prüfungsgebühren für den Verbesserungsversuch im ersten juristischen Staatsexamen (350 Euro) und im zweiten Staats-examen (650 Euro) eingeführt werden. Bisher waren diese Verbesserungsversuche kostenfrei – und das aus gutem Grund. Die Einführung dieser enormen Gebühren ist entschieden abzu-lehnen. Diese Maßnahme stellt eine erhebliche zusätzliche finanzielle Belastung für Studierende dar. Bereits heute ist das Jurastudium einer der kostenintensivsten und belastendsten Studien-gänge: eine jahrelange Studienzeit ohne Einkommen, kostenpflichtige Repetitorien, teure Lern-materialien und oftmals ein erheblicher psychischer Druck. Nun sollen Studierende auch noch für die Möglichkeit bezahlen, ihre einmal erzielte Note zu verbessern. Das ist sozial ungerecht und trifft vor allem Studierende aus einkommensschwächeren Familien. Die geplanten Ände-rungen untergraben die Chancengleichheit im juristischen Ausbildungssystem. Die Endnote im Staatsexamen entscheidet maßgeblich über die berufliche Perspektive, obwohl sie lediglich auf dem Ergebnis einer einzigen Woche des gesamten Studiums basiert. Der Zugang zu Karri-eren in Justiz, Verwaltung und Wissenschaft hängt fast ausschließlich von den erbrachten Leis-tungen im Staatsexamen ab. Eine Notenverbesserung an eine finanzielle Hürde zu koppeln, wi-derspricht jedem Anspruch an ein leistungsorientiertes Ausbildungssystem. Die geplanten Ge-bühren führen zu einer Selektion und verschärfen die soziale Ungleichheit. Sabine Kamintzky betont: “Wer aus einem finanzstarken Elternhaus stammt, kann sich einen zweiten Versuch – und damit eine bessere Note – leisten. Die geplanten Gebühren verschieben die Spielregeln: Nicht mehr nur Leistung zählt, sondern auch finanzielle Möglichkeiten. Wer Chancen bepreist, produziert Ungleichheit – genau das passiert hier.“ Darüber hinaus wirft auch die konkrete Ausgestaltung der Gebühren erhebliche Fragen auf. Der deutliche Preissprung zwischen dem ersten und dem zweiten Staatsexamen (350 Euro bzw. 650 Euro) ist sachlich kaum nachvollziehbar. Für Studierende entsteht der Eindruck, dass die Höhe der Gebühr für das zweite Examen nicht sachlich begründet ist, sondern schlicht festge-setzt wurde. Es bleibt unklar, warum der Verbesserungsversuch im zweiten Examen nahezu doppelt so hoch bepreist werden soll, obwohl beide Prüfungen zentrale Bestandteile derselben Ausbildung darstellen. Als Begründung für die Einführung der Gebühren führt das Ministerium an, dass sich Studierende regelmäßig zum Examen anmelden, jedoch nicht erscheinen und dadurch vermeidbare Kosten verursachen. Dieses Problem ist durchaus real, die gewählte Lösung jedoch wenig zielgerichtet. Eine pauschale Kostenbelastung aller Prüflinge im Verbesse-rungsversuch trifft auch diejenigen, die sich verantwortungsvoll verhalten und tatsächlich an der Prüfung teilnehmen. Deutlich sinnvoller wäre eine differenzierte Regelung: Beispielsweise könnten Gebühren gezielt bei unbegründetem Nichterscheinen erhoben werden. Ein solcher Ansatz würde Fehlverhalten adressieren, ohne zugleich alle Prüflinge pauschal zu belasten. Hinzu kommt, dass im Zuge der geplanten Änderungen auch die Einführung des E‑Examens vorangetrieben wird. Diese Entwicklung ist grundsätzlich zu begrüßen: Die Digitalisierung der Prüfungsformate ist überfällig und kann zu mehr Effizienz, Einheitlichkeit und zeitgemäßen Prü-fungsbedingungen beitragen. Problematisch ist jedoch, dass ein Teil der damit verbundenen Kosten offenbar auf die Studierenden durch die Verbesserungsversuche umgelegt werden soll. Mit der Einführung weiterer Kosten werden ohnehin weniger privilegierte Studierende strukturell ausgeschlossen. Darüber hinaus ist der hochschulpolitische Effekt dieser Regelung nicht hinreichend durch-dacht. Die zusätzliche finanzielle Hürde wird dazu führen, dass Studierende noch größere Angst vor dem Staatsexamen entwickeln. Wenn ein Verbesserungsversuch nicht nur emotional, son-dern auch finanziell sanktioniert oder aus finanziellen Gründen unmöglich wird, werden viele Studierende versuchen, auf Nummer sicher zu gehen und ihr Examen weiter hinauszuzögern. Die Folgen sind längere Studienzeiten und eine stärkere Inanspruchnahme von universitären Angeboten wie Klausurenkursen und Examensbetreuungen. Diese sind betreuungs- und kos-tenintensiv und verursachen erhebliche Mehrkosten für die Universitäten – ein Effekt, der den angeblichen finanziellen Nutzen der Gebühren ad absurdum führt. Auch gesellschaftlich ist die geplante Regelung äußerst kritisch zu bewerten. Wenn sich weni-ger Studierende einen Verbesserungsversuch leisten können oder wollen, sinkt die Zahl der Ab-solventinnen und Absolventen mit Prädikatsexamen. Gerade diese Noten sind jedoch häufig Voraussetzung für den Zugang zur Justiz. Angesichts des bereits bestehenden und sich weiter verschärfenden Richter*innenmangels ist es bildungs- und gesellschaftspolitisch unverant-wortlich, strukturelle Hürden zu schaffen, die eine Notenverbesserung erschweren. Amir Hasukic bekräftigt: “Anstatt Zugänge zu juristischen Berufen zu öffnen und chancengerecht zu gestal-ten, wird die soziale Ungerechtigkeit im Jurastudium verstärkt. Aus einem Examen wird ein Preisschild, und das hat im Bildungssystem nichts verloren.” Statt jungen Menschen die Per-spektive auf eine Leistungsverbesserung zu verbauen, müsste diese vielmehr aktiv gefördert werden. Das juristische Staatsexamen ist einzigartig. In kaum einem anderen Studiengang hängt die Endnote so stark von einer extrem kurzen Prüfungsphase ab, die über Jahre der Aus-bildung hinweg entscheidet. Moritz Schmid verdeutlicht: “Genau deshalb ist es essenziell, Stu-dierenden die Möglichkeit zu geben, sich zu verbessern, Erfahrungen aus dem ersten Versuch zu nutzen und ihre tatsächliche Leistungsfähigkeit unter Beweis zu stellen. Wer seine Examens-note verbessern will, sollte nur an Leistung gemessen werden – nicht am Kontostand.” Abschließend lässt sich festhalten: Die Einführung von Gebühren für den Verbesserungsver-such im Staatsexamen ist sozial ungerecht, verschärft die Bildungsungleichheit, belastet die Universitäten zusätzlich und hat negative Auswirkungen auf die gesamte Gesellschaft. Diese geplante Änderung der JAPO darf nicht umgesetzt werden. Der Verbesserungsversuch muss weiterhin kostenfrei bleiben – im Interesse der Chancengleichheit, der Qualität der juristischen Ausbildung und einer funktionsfähigen Justiz.
von links: Moritz Schmid, Amir Hasukic und Sabine Kamintzky Auf der diesjährigen Wahlsitzung des Bayerischen Landesstudierendenrats an der Technischen Hochschule Nürnberg am 11. Januar 2026 wurden die neuen Sprecher*innen gewählt. Ab 01. April 2026 werden Sabine Kamintzky (Katholische Stiftungshochschule München), Amir Hasukic (Universität Bayreuth) und Moritz Schmid (Universität Regensburg) als neues Sprecher*innen-Team die über 400.000 bayerischen Studierenden vertreten. Im bisherigen Amtsjahr konnten sich die derzeitigen Sprecherinnen unter anderem erfolgreich für eine Erhöhung der Investitionen in Sanierungsmaßnahen einsetzen. Dies gelang ihnen zuletzt mit der Ausrichtung einer Kunstausstellung zu den maroden Zuständen der Hochschulen. Anknüpfend an die bisherigen Erfolge, freut sich das neue Team darauf, in die Fußstapfen ihrer Vorgängerinnen zu treten und gemeinsam mit den Delegierten an weiteren Projekten für die studentischen Interessen zu arbeiten. Neben den aktuellen Positionen bringen die zukünftigen Sprecherinnen eigene Themenschwerpunkte mit. Sabine Kamintzky äußert sich: „Hochschulen sollten Orte sein, an denen Verantwortung für die Inklusion der Studierenden übernommen wird und beispielsweise Beschilderungen in Brailleschrift nicht nur die positive Ausnahme sind”. Amir Hasukic ergänzt: „Zusätzlich müssen wir uns stärker für mehr Chancengleichheit, bezahlbaren Wohnraum und kostengünstige Mobilität einsetzen, damit Studieren nur noch eine Frage der persönlichen Entscheidung wird“. Darüber hinaus bekräftigt Moritz Schmid: „Unsere Hochschulen müssen beim Thema Nachhaltigkeit und Digitalisierung eine Vorreiterrolle einnehmen. Einerseits müssen wir durch bessere digitale Infrastruktur die Rahmenbedingungen für exzellente Lehre stärken. Andererseits müssen Transformationsprozesse der Hochschulen nachhaltig mitgestaltet werden“. Die amtierenden Sprecher*innen blicken auf eine erfolgreiche Amtszeit zurück und freuen sich zugleich über das Engagement der Studierenden: „Es ist schön zu sehen, dass das Amt der Sprecher*innen des BayStuRa nun in motivierte und verantwortungsbewusste Hände übergeht“, erklären Mona Dirmaier, Lukas Strutz und Annika Wintersberger. „Die Herausforderungen unserer Studierenden sind vielfältig und komplex. Deshalb möchten wir deren Anliegen vorantreiben und uns für die Verbesserung der Studienbedingungen einsetzen. Wir als Teil der bayerischen Hochschullandschaft freuen uns darauf gemeinsam mit Studierenden, politischen Ansprecherpartnerinnen und Verbänden zusammenzuarbeiten.“, so das zukünftige Sprecherinnen Team.
Der Bayerische Landesstudierendenrat (BayStuRa) kritisiert die angekündigte erneute Erhöhung des Deutschlandtickets auf 64 Euro. „Die geplante Erhöhung des Deutschlandtickets ist ein Schlag ins Gesicht vieler Studierender“, kritisiert Mona Dirmaier, Sprecherin des BayStuRa. „Für uns ist ein bezahlbarer öffentlicher Nahverkehr nicht nur wünschenswert, sondern essenziell, um überhaupt studieren zu können. In der aktuell ohnehin angespannten finanziellen Lage vieler Studierender stellt sich zunehmend die Frage, ob ein Studium ohne umfassende Unterstützung aus dem Elternhaus überhaupt noch realisierbar ist.“ Für Studierende ist der öffentliche Nahverkehr Voraussetzung, um am Hochschulalltag teilzunehmen — sei es für den Weg zur Uni, zum Nebenjob oder zum Praktikum. Besonders in einem Flächenland wie Bayern, wo Wohnorte und Hochschulstandorte oft weit auseinanderliegen, ist bezahlbare Mobilität kein Luxus, sondern Grundvoraussetzung für Bildungsgerechtigkeit. „Wer solche Preissteigerungen beschließt, blendet die Realität der Studierenden schlicht aus. Das sorgt für Frustration“, erklärt Annika Wintersberger, Sprecherin des BayStuRa. „Während das BAföG nach wie vor nicht ans Existenzminimum angepasst ist und tausende Studierende ohnehin schon am finanziellen Limit leben, soll ausgerechnet beim Zugang zur Mobilität weiter abkassiert werden. Das ist unverantwortlich.“ „Die angekündigten automatischen Preissteigerungen ab 2027 verschärfen das Problem zusätzlich. Anstatt langfristige finanzielle Sicherheit für Studierende zu schaffen, wird die Unsicherheit institutionalisiert. Mobilität wird zur Kostenfalle, anstatt ein verlässlicher Bestandteil der Studienrealität zu sein”, so die Sprecher*innen des BayStuRa. „Was wir brauchen, ist eine nachhaltige und sozial gerechte Finanzierung des ÖPNV und keine Preisspirale, die junge Menschen systematisch ausschließt“, so Lukas Strutz, Sprecher des BayStuRa. „Ohne einen bezahlbaren ÖPNV wird die soziale Kluft im Bildungswesen weiter wachsen.“ Der BayStuRa appelliert eindringlich an die Bayerische Landesregierung, sich auf Bundesebene klar gegen die Preiserhöhung zu positionieren. Gleichzeitig müsse das Land die bestehende Ermäßigung für Studierende deutlich ausweiten, um die drohende finanzielle Mehrbelastung auszugleichen. Es braucht eine langfristige Strategie von Bund und Ländern, um das Deutschlandticket für einkommensschwache Gruppen — insbesondere Studierende — bezahlbar zu halten.
Piazolo: Landesstudierendenrat starker Partner in der Hochschulpolitik München. Schnellerer Ausbau von Wohnheimen, unbürokratischeres BAföG-Management und Rückkehr zum 29-Euro-Ticket für günstige studentische Mobilität: Das waren drei der wichtigsten Anliegen des Bayerischen Landesstudierendenrats bei seiner gemeinsamen Sitzung mit der FREIE WÄHLER-Fraktion am Sonntag im Maximilianeum. Im Rahmen der Sitzung verabschiedete der Bayerische Landesstudierendenrat sein Grundsatzprogramm mit einer Vision für das Jahr 2035. Um den vielfältigen Herausforderungen in Bereichen wie bezahlbarer Wohnraum, nachhaltige Gebäude und inklusive Lehre zu begegnen, fordert der Rat von der bayerischen Hochschulpolitik ausreichende Ressourcen und Offenheit für Veränderungen. Die Sprecher*innen des Bayerischen Landesstudierendenrats, Isabella Hennessen, Jakob Sehrig und Nils Weber zu dem Papier: „Es ist wichtig, dass die Studierendenschaften Bayerns gemeinsam und langfristig an festen Zielen arbeiten, um die Studienbedingungen nachhaltig zu verbessern. Der erste Meilenstein ist erreicht, jetzt geht es an die Umsetzung.“ Auch die designierten Sprecher*innen Mona Dirmaier, Lukas Strutz und Annika Wintersberger freuen sich auf die anstehenden Aufgaben: „Es ist viel zu tun, aber der Bayerische Landesstudierendenrat ist gut vernetzt und eine starke Stimme für die Studierenden. Wir bauen auf einem guten Fundament und freuen uns, konkrete Projekte anzustoßen.“ Dazu erklärt der hochschulpolitische Fraktionssprecher und Vorsitzende des Landtagswissenschaftsausschusses Prof. Dr. Michael Piazolo: „Die heutige gemeinsame Sitzung war ein starkes Zeichen für die Studierenden in Bayern. Mit dem Landesstudierendenrat setzen wir uns dafür ein, Bayern zu einem noch attraktiveren Hochschulstandort zu machen. Ich freue mich, dass wir FREIE WÄHLER im Bayerischen Landtag unseren akademischen Nachwuchs dabei nach Kräften unterstützen können.“ Die zentralen Forderungen des Bayerischen Landesstudierendenrats an die bayerische Hochschulpolitik:
Die aktuellen Zahlen des Moses-Mendelssohn-Instituts zeichnen ein düsteres Bild: In vielen bayerischen Hochschulstädten liegen die Mietpreise für WG-Zimmer weiter weit über der vorgesehenen Wohnpauschale des BAföGs. So beläuft sich der Durchschnitt in München inzwischen auf rund 800 € pro Monat – auch wenn sich die Mietpreise mittelfristig stabilisieren sollten, werden sie die aktuelle BAföG-Wohnpauschale weiterhin deutlich übersteigen. Die Konsequenzen sind fatal: lange Pendelwege, prekäre Wohnverhältnisse und der Verlust von Selbstständigkeit während des Studiums. Im Rahmen der aktuellen Koalitionsverhandlungen sieht der Bayerische Landesstudierendenrat (BayStuRa) endlich die Chance, diesen Missstand nachhaltig zu beheben. „Die bisherigen Ansätze, wie das Programm ‚Junges Wohnen‘, sind zwar ein Anfang, reichen aber bei Weitem nicht aus und müssen dringend langfristig verstetigt werden. Wir brauchen eine massive Förderung von Neubau- und Sanierungsprojekten sowie gezielte finanzielle Unterstützung für studentische Wohnprojekte“, fordert Isabella Hennessen, Sprecherin des BayStuRa. Jakob Sehrig, ebenfalls Sprecher des BayStuRa, betont: „Nur durch eine enge und koordinierte Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern, Studierendenwerken und Hochschulen kann der Wohnraummangel nachhaltig reduziert und die Chancengleichheit im Studium langfristig gesichert werden.“ Nils Weber, Sprecher des BayStuRa, ergänzt: „Wenn auf Bundesebene über Sondervermögen diskutiert wird, darf der Wohnungsbau für Studierende nicht außen vor bleiben. Bezahlbarer Wohnraum ist essenziell, um Chancengleichheit und den Studienerfolg zu sichern. Daher darf bezahlbarer Wohnraum keine Mangelware bleiben!“ Neben dem Ausbau öffentlicher Wohnheime braucht es eine verstärkte Förderung genossenschaftlicher Wohnmodelle. Diese bieten langfristig stabile und bezahlbare Alternativen zum überhitzten Wohnungsmarkt. „Zusätzlich braucht es klare gesetzliche Regelungen, um Spekulationen mit studentischem Wohnraum zu verhindern und Mietsteigerungen wirksam zu begrenzen”, betont Jakob Sehrig. Ein weiterer Hebel ist die Bereitstellung öffentlicher Flächen für studentischen Wohnungsbau und der Abbau bürokratischer Hürden. Mit diesen Maßnahmen will der Bayerische Landesstudierendenrat sicherstellen, dass Studierende nicht durch exorbitante Mietpreise benachteiligt werden. „Unsere Forderungen richten sich klar an alle Verhandlungspartner: Es ist höchste Zeit, den studentischen Wohnungsbau verbindlich und langfristig in die Koalitionsverhandlungen aufzunehmen“, fordert Nils Weber abschließend. Der BayStuRa steht damit für eine Politik, die den Zugang zu bezahlbarem Wohnraum als grundlegende Voraussetzung für eine chancengerechte Hochschulbildung anerkennt und Bayern sowie Deutschland als Bildungs- und Wissenschaftsstandort langfristig sichert.
500 Milliarden Sondervermögen für die Infrastruktur Deutschlands: Das Ziel, die Infrastruktur voranzubringen ist für die Innovationskraft Deutschlands unerlässlich, ein Ziel, bei dem die Hochschulen nicht vergessen werden dürfen. Der Sanierungsbedarf an Hochschulen ist gravierend – Schätzungen der Stadt Hamburg zufolge fehlen bis zu 140 Milliarden Euro. Über Jahre gewachsene Investitionsstaus haben dazu geführt, dass Studierende und Lehrende in Gebäuden lernen und arbeiten müssen, die den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht werden. Von undichten Dächern über defekte Heizungen bis hin zu fehlendem WLAN – vielerorts ist die Situation untragbar. Der Bayerische Landesstudierendenrat (BayStuRa) fordert eine entschlossene und nachhaltige Sanierungsstrategie, die Hochschulen nicht nur instand setzt, sondern zukunftsfähig macht. „Unsere Hochschulen sind Orte der Innovation, Bildung und Forschung – doch ihre bauliche Substanz spiegelt das nicht wider“, kritisiert Isabella Hennessen, Sprecherin des BayStuRa. „In Hörsälen mit Wasserschäden, Laboren mit veralteter Technik und Bibliotheken ohne angemessene Arbeitsplätze lässt sich keine erstklassige Wissenschaft betreiben. Es ist höchste Zeit, dass die Sanierung von Hochschulen auf die politische Agenda kommt und nicht weiter vertagt wird.“ Die Mängel sind nicht nur eine Belastung für den Hochschulbetrieb, sondern gefährden auch die soziale und ökologische Zukunftsfähigkeit der Hochschulen. Barrierefreiheit ist häufig unzureichend, was Studierenden mit Beeinträchtigungen massive Hürden im Studienalltag bereitet. Gleichzeitig sind viele Hochschulgebäude energetisch veraltet, was zu steigenden Betriebskosten führt. „Wer exzellente Wissenschaft fördern will, muss für die entsprechenden Rahmenbedingungen sorgen“, ergänzt Jakob Sehrig, Sprecher des BayStuRa. „Es braucht einen strukturierten und langfristig finanzierten Sanierungsplan, der Hochschulen modernisiert, barrierefrei gestaltet und energetisch auf den neuesten Stand bringt.“ Die Verantwortung für eine nachhaltige Sanierungsoffensive liegt nicht allein bei den Hochschulen, sondern muss von Bund und Ländern gemeinsam gestützt werden. Statt kurzfristiger Einzelmaßnahmen oder kosmetischer Reparaturen fordert der BayStuRa eine langfristige Strategie mit verbindlichen Zusagen zur Finanzierung und Umsetzung der Sanierungsprojekte: „Bei den aktuellen Anträgen über Sondervermögen darf die Sanierung von Hochschulen auf keinen Fall vernachlässigt werden”, so die Sprecher*innen des BayStuRa. „Hochschulen sind nicht nur Orte des Lernens und Forschens, sondern auch zentrale Bestandteile gesellschaftlicher Entwicklung. Eine marode Infrastruktur ist eine Belastung für alle. Gebäude, in denen es durch die Decke regnet, eignen sich nicht als Bibliotheken“, betont Nils Weber, Sprecher des BayStuRa. “Die Sanierung unserer Hochschulen muss zur Priorität werden, damit Wissenschaft und Bildung in Deutschland eine zukunftsfähige Grundlage haben.“
Die psychische und physische Gesundheit der Studierenden steht zunehmend unter Druck. Rund 16 % der Studierenden leiden laut der Studierendenbefragung best3 unter gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die ihren Studienalltag erheblich erschweren – Tendenz steigend. Viele Hochschulen reagieren nicht ausreichend auf diese Entwicklungen. Besonders psychische Belastungen nehmen zu, verstärkt durch hohe Leistungsanforderungen, finanzielle Unsicherheiten und strukturelle Mängel im Hochschulsystem. Daneben spielen auch körperliche Belastungen eine zunehmende Rolle. „Schlechte Lernbedingungen hinterlassen Spuren: Fehlende ergonomische Arbeitsplätze, überfüllte Räume und hoher Leistungsdruck führen zu langfristigen Gesundheitsproblemen. Wer Bildung ernst nimmt, darf gesundheitliche Folgen nicht ignorieren“, erklärt Jakob Sehrig, Sprecher des BayStuRa. „Ein Studium ist ein Vollzeitjob – doch im Gegensatz zur Arbeitswelt gibt es für Studierende kaum feste Strukturen, die ihre Gesundheit schützen. Hochschulen müssen deshalb mehr tun, um die physische und psychische Gesundheit zu fördern und damit auch den langfristigen Studienerfolg zu sichern“, betont Nils Weber, Sprecher des BayStuRa. Der Bayerische Landesstudierendenrat fordert eine umfassende Verbesserung der studentischen Gesundheitsversorgung. Dazu gehört die flächendeckende Einführung eines studentischen Gesundheitsmanagements, um einheitliche und nachhaltige Gesundheitskonzepte zu etablieren. Zudem braucht es eine bessere psychologische Betreuung, die durch mehr Personal und niedrigschwellige Angebote schnelle Hilfe in Krisensituationen ermöglicht. Auch die Hochschulinfrastruktur muss gesundheitsfördernd gestaltet werden – mit ergonomischen Hörsälen, ausreichenden Rückzugsräumen und mehr Bewegungsangeboten, aber auch gesunder Ernährung. Flexible Studienmodelle, die beispielsweise hybride Lehre und eine faire Anerkennung von Krankheitszeiten umfassen, sollen Studierende mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen entlasten. „Nur wenn Hochschulen aktiv in eine gesundheitsfördernde Umgebung investieren, können Studierende ihr volles Potenzial ausschöpfen. Jetzt ist der Zeitpunkt, nachhaltige Maßnahmen durch bundesweite Förderprogramme anzustoßen“, so Isabella Hennessen, Sprecherin des BayStuRa. Der Bayerische Landesstudierendenrat appelliert daher an alle Verantwortlichen in Politik und Hochschulen, gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln und die Rahmenbedingungen für ein gesundes Studium nachhaltig zu verbessern.
Das deutsche Bildungssystem lebt von dem Grundsatz, dass jede Person unabhängig von ihrer sozialen Herkunft und ihrer finanziellen Möglichkeiten ein Studium aufnehmen und erfolgreich abschließen kann. Damit dieser Grundsatz gewahrt werden kann, ist eine echte BAföG-Reform dringend notwendig. Um den Fachkräftenachwuchs und damit langfristig den Arbeitsmarkt und die Wirtschaft Deutschlands aufrechtzuerhalten, fordert der BayStuRa ein effektives BaföG auf existenzsicherndem Niveau. „Studieren darf kein finanzielles Risiko sein. Das BAföG muss endlich so gestaltet werden, dass es mit den Lebenshaltungskosten Schritt hält – nicht erst, wenn der Druck zu groß wird. Wer auf Förderung angewiesen ist, braucht Verlässlichkeit: Ein System, das automatisch mit der Inflation steigt und existenzsichernd bleibt“, so Jakob Sehrig, Sprecher des BayStuRa. Isabella Hennessen, Sprecherin des BayStuRa, macht deutlich, dass auch die Höhe der Wohnpauschale bei Weitem nicht ausreiche: „Ein WG-Zimmer kostet im bundesweiten Durchschnitt 489€ — die Pauschale beträgt jedoch nur 380€. Für Studierende in Ballungsräumen wie München — hier beträgt die Miete für ein WG-Zimmer laut einer Studie des Moses-Mendelssohn-Instituts durchschnittlich 790€ – ist die Situation noch verheerender.“ Die meisten Studierenden benötigen für ihr Studium mehr Zeit als die geplante Regelstudienzeit. Die Einführung eines Flexisemesters war zwar ein Schritt in die richtige Richtung, stellt aber einen behördlichen Aufwand dar und Studierende vor die schwierige Frage, ob sie dieses im Bachelor- oder im Masterstudium beantragen. „Um Chancengleichheit zu verbessern, dürfen Studierende, die BaföG beziehen, nicht unter erhöhten Druck gestellt werden, ihr Studium abzuschließen. Wir fordern daher die unbürokratische Möglichkeit, BaföG für die Dauer der Regelstudienzeit plus zwei weitere Semester zu beantragen“, so Nils Weber, Sprecher des BayStuRa. „Ebenso muss eine Reform der Rückzahlungsmodalitäten angestrebt werden – der Staat will keine Schulden machen, Studierende, die ins Berufsleben starten, ebenso wenig“, geben die zukünftigen Sprecher*innen Mona Dirmaier, Lukas Strutz und Annika Wintersberger zu bedenken. Um ein Studium für alle, die es möchten und dafür geeignet sind, zu ermöglichen, ist eine echte Reform dringend notwendig und muss Inhalt von Koalitionsverhandlungen werden. „Denn Studienabbrüche aufgrund finanzieller Engpässe will – und kann – sich unsere Gesellschaft und insbesondere unser Arbeitsmarkt nicht leisten“, betonen die amtierenden Sprecher*innen des BayStuRa.
Die Koalitionsverhandlungen zur neuen Bundesregierung laufen an, und gerade jetzt müssen die Weichen für eine stabile und bezahlbare Mobilität für Studierende gestellt werden. Der Bayerische Landesstudierendenrat (BayStuRa) fordert daher die beteiligten Parteien auf, sich für eine langfristige und preisstabile Lösung des Deutschlandtickets einzusetzen. „Es braucht eine verlässliche Finanzierung des Deutschlandtickets – insbesondere auch der ermäßigten Variante für Studierende. Diskussionen über eine mögliche Verteuerung oder gar das Aus des Tickets sind für uns nicht hinnehmbar“, so Nils Weber, Sprecher des BayStuRa. Die Politik muss jetzt Verantwortung übernehmen und für eine stabile Preispolitik sorgen. Die Einführung des Deutschlandtickets war eine große Entlastung für Studierende, die täglich auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen sind. In Ballungsräumen hat es dazu beigetragen, Pendelwege der bis zu 30% aus dem Umland kommenden Studierenden bezahlbar zu halten und den Wohnraumdruck zu mildern. “Gleichzeitig ist es essenziell, dass auch Studierende an ländlichen Hochschulstandorten von einer verlässlichen Mobilitätslösung profitieren und eine bessere Anbindung geschaffen wird. Ein Bus pro Stunde reicht nicht! Ein attraktiver, bezahlbarer ÖPNV ist ein entscheidender Standortfaktor für Hochschulen in Bayern”, soIsabella Hennessen, Sprecherin des BayStuRa. „Die kommenden Jahre dürfen nicht von Unsicherheiten geprägt sein – weder für die Studierenden noch für die Verkehrsverbünde. Die Koalitionsverhandlungen sind die Gelegenheit, hier klare Entscheidungen zu treffen“, so Jakob Sehrig, Sprecher des BayStuRa. „Wer Bayern als Hochschulstandort stärken will, muss auch für Mobilitätssicherheit sorgen. Eine Preissteigerung des Tickets innerhalb eines Semesters um 30% ist nicht hinnehmbar.“ Der BayStuRa appelliert an den Bund, im Rahmen der anstehenden Koalitionsverhandlungen klare, zukunftsorientierte Entscheidungen zu treffen. Es gilt, stabile Rahmenbedingungen zu schaffen, die langfristig ein dauerhaft bezahlbares Deutschlandticket garantieren. Dieses Erfolgsmodell hat bereits zahlreichen Menschen das Pendeln erleichtert und die Mobilität im Land entscheidend vorangebracht – gerade auch im Hinblick auf die besonderen Anforderungen im Hochschulsektor. Insbesondere der bayerische Weg, der eine individuelle Entscheidung von Studierenden ermöglicht, ist für eine sozial gerechte, nachhaltige Mobilität essenziell.
Am 12. Januar 2025 wurden in der diesjährigen Wahlsitzung des Bayerischen Landesstudierendenrats an der Ludwig-Maximilians-Universität Annika Wintersberger (23, Universität Regensburg), Lukas Strutz (19, Technische Universität München) und Mona Dirmaier (25, Technische Hochschule Ingolstadt) als neues Sprecher*innen-Team gewählt. Es gilt weiterhin eine starke Stimme für die über 400.000 bayerischen Studierenden zu sein und Verantwortung für die Belange der Studierenden in ganz Bayern zu übernehmen. Annika Wintersberger betont, dass Chancengleichheit Grundlage unseres Bildungssystems sein muss: „Es ist unsere Verantwortung, für ein inklusives Bildungssystem einzustehen und Hochschulen dazu zu bewegen, Barrieren weiter abzubauen.“ Mona Dirmaier fügt hinzu: „Hochschulen leben durch ihre Studierenden und von ihrem Austausch. Ihre Mitbestimmung ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit für eine dynamische und vielfältige akademische Gemeinschaft.“ Auch Lukas Strutz möchte die Interessen der Studierenden weiter vorantreiben: „Wir brauchen mehr digitale Angebote, um allen Studierenden eine Teilnahme an einem Studium zu ermöglichen – auch wenn die Lebenskosten weite Pendelstrecken erfordern.” Die amtierenden Sprecher*innen blicken gespannt auf die kommenden Monate: „Wir haben viele Themen angestoßen und Schwerpunkte gesetzt, die unsere Nachfolge nun weiter vorantreiben wird. Wir freuen uns, dass durch die neue Generation von uns gesetzte Akzente weiterverfolgt und gleichermaßen neue Impulse eingebracht werden.“ „Die Herausforderungen für Studierende sind vielfältig. Wir werden eine starke Stimme für alle Studierenden in Bayern sein und uns weiterhin für eine Verbesserung der Studienbedingungen und die Förderung von Chancengleichheit einsetzen“, so das neue Sprecher*innen Team.
„Wenn der Bund es nicht bezahlt, dann muss es [das Deutschlandticket] fallen — ganz einfach“, so äußert sich Ministerpräsident Söder auf Nachfrage zum Deutschlandticket [1]. Aussagen wie diese und aktuelle Entwicklungen in der Politik geben Grund zur Sorge, dass das Deutschlandticket vor dem Aus steht. Dabei ist das Ticket eine absolute Erfolgsgeschichte, die zahlreichen Personen in Deutschland das Pendeln vergünstigt und die Mobilität vereinfacht hat. Günstige Mobilität, ermöglicht durch ein Deutschlandticket – und für Studierende insbesondere durch die ermäßigte Variante – schafft soziale Gerechtigkeit und ermöglicht insbesondere in Ballungsräumen Entlastung für Wohnraum, da die Anreise aus weiterer Entfernung bezahlbar wird. Die Studierendenvertretungen aus Bund und Ländern fordern daher geschlossen eine Fortführung des Ermäßigungstickets und der grundsätzlichen Finanzierung des 49 €-Tickets: „Hierfür müssen Bund und Länder gleichermaßen ihren Anteil tragen. Hier darf nicht der schwarze Peter von einer Person zur anderen geschoben werden. Bei der Einführung haben die Oppositionsparteien insbesondere kritisiert, dass keine langfristige Finanzierung geklärt wäre, das Ticket als solches aber begrüßt.“ An die damaligen Forderungen müssen die Parteien nun anknüpfen und sich nun eine tragfähige Lösung überlegen [2]. Regionalisierungsmittel des Bundes müssen auch künftig für die Tickets und ihre Ermäßigung genutzt werden können, ebenso wie der vom Bund getragene Anteil weiterhin gesichert werden muss. Aber auch die Länder müssen ihren Anteil tragen und das Ticket unterstützen. Bisher von den Ländern unterstützte Semestertickets wurden oftmals durch das Ermäßigungsticket ersetzt, sodass bei Wegfall neue Kosten auf die Länder zukämen, wenn sie auch künftig attraktive Studienstandorte bleiben wollen. „Allem voran braucht es nun Planungssicherheit. Die Verhandlungen für Semestertickets benötigen monatelangen Vorlauf – das Ticket also innerhalb weniger Tage ohne Perspektive in Frage zu stellen, darf also keine Option sein. An vielen Standorten würde ein kurzfristiger Wegfall zu einem vollständigen Wegfall studentischer Mobilität führen. Ebenso muss auf lokale Bedürfnisse Rücksicht genommen werden, sodass die unterschiedlichen Länder für die Studierenden passende Lösungen finden können“, so die Studierendenvertreter*innen. Es muss eine langfristige Perspektive für ein bezahlbares Ticket geschaffen werden – nicht nur für 2024 und 2025, sondern weit darüber hinaus. „Ein solches Erfolgsmodell, das Kosten für Pendler*innen massiv gesenkt hat und den ÖPNV attraktiv macht, darf mit Blick auf soziale Gerechtigkeit, ökologische Nachhaltigkeit und Planungssicherheit nicht eingestellt werden. Wir erwarten, dass die Politik sich dieser Verantwortung stellt und eine tragfähige, langfristige Lösung entwickelt.” _________ [1] https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/soeder-deutschlandticket-100.html [2] https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2023/kw11-de-regionalisierungsgesetz-936488
Der Bayerische Landesstudierendenrat (BayStuRa) spricht sich mit Nachdruck gegen die aktuellen Vorschläge zur Wiedereinführung von Studiengebühren aus. Die Idee, Bildung durch Gebühren für Studierende zu finanzieren, gefährdet die Chancengleichheit und den freien Zugang zur Bildung. Besonders in Zeiten zunehmend schwieriger Studienbedingungen würde eine solche Maßnahme die soziale Gerechtigkeit weiter untergraben. „Studiengebühren wären ein massiver Rückschritt für Chancengleichheit und soziale Gerechtigkeit. Sie schaffen Barrieren, die junge Menschen aus einkommensschwachen Familien vom Studium abhalten könnten – mit langfristig fatalen Folgen für unsere Gesellschaft“, erklärt Jakob Sehrig, Sprecher des BayStuRa. Die ohnehin angespannte finanzielle Lage von Studierenden, bedingt durch steigende Mieten, hohe Lebenshaltungskosten und ein zu geringes, reformbedürftiges BAföG, würde dadurch weiter zugespitzt. Zusätzlich würde die Angst vor Überschuldung durchz. B. nachgelagerte Zahlungsmodelle weiter zunehmen. „Studierende stehen bereits unter hohem finanziellen Druck. Studiengebühren würden diese Belastung weiter verschärfen und viele dazu zwingen, ihre Bildungschancen zu überdenken“, ergänzt Nils Weber, ebenfalls Sprecher des BayStuRa.Zusätzlich würden Studiengebühren die Attraktivität Bayerns als Wissenschafts- und Bildungsstandort gefährden. „Studiengebühren sind ein Hindernis für einen freien und fairen Zugang zu Bildung. Sie gefährden nicht nur die Bildungswahl, sondern schwächen auch die Attraktivität und Zukunft des Wissenschaftsstandorts, der auf kluge Köpfe angewiesen ist“, erklärt Isabella Hennessen, Sprecherin des BayStuRa.Der Bayerische Landesstudierendenrat fordert alle Stakeholder*innen auf, sich klar gegen Studiengebühren auszusprechen und den freien Zugang zur Bildung zu sichern. Nur so können Chancengleichheit und soziale Gerechtigkeit auch langfristig erhalten bleiben.
Über die übliche Tagesordnung mit Beschlüssen und inhaltlichen Diskussionen hinaus, stand am Sonntag für die Delegierten des Bayerischen Landesstudierendenrats (BayStuRas) ein besonderer Besuch auf der Tagesordnung: Der BayStuRa tagte am 24. November in Anwesenheit des Staatsministers für Wissenschaft und Kunst, Markus Blume, in München. Dieser stellte sich einer intensiven Diskussion mit den Delegierten, die einige kritische Fragen stellten, aber auch auf die positiven Erfolge der vergangenen Jahre zurückblickten. „Es ist schön, dass wir einen so engen Austausch pflegen und konstruktiv miteinander diskutieren können, auch wenn wir uns eben nicht immer einig sind. Das erweitert die Perspektiven, die wir haben und schafft Raum für kreative Lösungen“, so Sprecherin Isabella Hennessen im Vorfeld. „Tolles Team, großartiges Engagement, wertvolle Impulse: Der Bayerische Landesstudierendenrat ist die gesetzlich verankerte Vertretung unserer über 400.000 Studierenden im Freistaat und gewichtige Stimme bei studienpolitischen Fragen. Seit der Konstituierung vor eineinhalb Jahren hat sich ein toller Spirit entwickelt, von dem der gesamte Hochschulstandort Bayern profitiert. Gemeinsam gehen wir die Aufgaben an: Von weiteren Verbesserungen beim studentischen Wohnen bis zur Stärkung der KI-Kompetenz in der Lehre – wir haben viel vor! Und ich verspreche: Der Draht ins Ministerium und zum Minister bleibt kurz“, so Herr Staatsminister Blume. Die Delegierten der über 40 Hochschulen in Bayern kommen einmal monatlich zusammen und diskutieren häufig über Themen, die von der Politik maßgeblich geprägt werden. „Ob nun BAföG, Mobilität oder Finanzierung – wir haben heute ebenso wie auf jeder anderen Sitzung viele Themen auf der Agenda, bei denen wir Impulse in Richtung der Stakeholder in der Hochschullandschaft geben möchten“, erläutert Nils Weber. Sein Kollege Jakob Sehrig ergänzt: „Als Studierende sind wir die Zukunft und werden an den Hochschulen auf unsere Rolle in der Gesellschaft vorbereitet. Deshalb ist es entscheidend, den Status quo regelmäßig und kritisch zu hinterfragen und gemeinsam mit der Politik Wege für nachhaltige Verbesserungen zu gestalten.“ Umso mehr begrüßt das Sprecher*innenteam, dass der Minister nun persönlich vorbeigeschaut hat: „Manchmal ist es am wertvollsten, sich direkt mit den Wünschen und der Kritik auseinanderzusetzen – in beide Richtungen.“ Der BayStuRa bedankt sich bei der ausrichtenden Hochschule, der Katholischen Stiftungshochschule München, und ihrer Studierendenvertretung sowie den Delegierten für das fortlaufende Engagement und begrüßt die Diskussion auf Augenhöhe mit dem Minister.
Der Bayerische Landesstudierendenrat (BayStuRa) fordert zusätzliche Maßnahmen, um der prekären Wohnungssituation in Bayern zu begegnen und mehr bezahlbaren und nachhaltigen Wohnraum zu schaffen. Jüngste Studien belegen die längst bekannte Situation: Ein durchschnittliches WG-Zimmer kostet in München nun knapp unter 800 € pro Monat. An anderen Standorten in Bayern fehlt es ebenso an Wohnraum. Auch hier steigen Preise pro Quadratmeter auf über 12 €. „Für Studierende bedeutet dies, dass sie entweder keinen bezahlbaren Wohnraum finden oder zunehmend aus größerer Entfernung pendeln. Viele können zudem den wichtigen Schritt, von zuhause auszuziehen, nicht wahrnehmen, weil sie es sich schlicht nicht leisten können“, so Sprecher Nils Weber. „Diese Option gibt es für internationale Studierende gar nicht erst, sodass sie sich häufig teure Alternativen wie Hotels suchen müssen. Um den Bildungsstandort Bayern für Internationale Studierende auch in Zukunft attraktiv zu halten, brauchen wir dringend mehr Wohnraum.“, ergänzt sein Kollege Jakob Sehrig. Es wird nun vielerorts gebaut, gefördert durch Programme vom Bund und dem Freistaat. „Doch leider sprechen wir häufig nur von Renovierungen leergezogenen Altbestands. Diese Maßnahmen stellen also nur einen Status Quo von vor ein paar Jahren wieder her“, urteilt Sprecherin Isabella Hennessen. Für den BayStuRa ist klar: Es braucht weitere Förderung, es müssen weitere Projekte auf den Weg gebracht werden. Hierzu ist eine enge und konstruktive Zusammenarbeit der verschiedenen Stakeholder unabdingbar. „Kommunen und der Freistaat, ebenso wie die Hochschulen und die Studierendenwerke müssen eng miteinander abgestimmt arbeiten und sich gegenseitig bei Projekten unterstützen“, so die Sprecher*innen. Schließlich geht es darum, den Studienstandort Bayern attraktiv zu halten und somit die Zukunft des Landes zu sichern. Die Sprecher*innen fassen ihre Gründe zusammen: „Wenn wir heute nicht den Grundstein für mehr bezahlbaren Wohnraum legen, werden Studierende sich Alternativen suchen müssen. Das wäre für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Bayern fatal.“
Der Bayerische Landesstudierendenrat (BayStuRa) setzt sich entschieden für eine ökologische und nachhaltige Umgestaltung der Hochschulgastronomie in Bayern ein. Angesichts des hohen Anteils von Treibhausgasemissionen für die Lebensmittelproduktion, fordert der BayStuRa, dass die Mensen bayerischer Hochschulen zu Vorreiterinnen in Sachen Klimaschutz und Nachhaltigkeit werden und Best Practice-Beispiele großflächig ausgerollt werden. „Die Hochschulgastronomie muss ihrer Vorbildfunktion gerecht werden und nachhaltige und regionale Speisen anbieten, die gleichzeitig den Ansprüchen an soziale Gerechtigkeit genügen“, betont Jakob Sehrig, Sprecher des BayStuRa. „Es ist unsere Verantwortung, dafür zu sorgen, dass die Ernährung an unseren Hochschulen gesund, preiswert und umweltfreundlich ist.“ Ein zentraler Lösungsvorschlag des BayStuRa ist die Einführung eines veganen, vollwertigen Grundgerichts, das nach persönlichem Bedarf um vegetarische und fleischhaltige Beilagen ergänzt wird. Dieses Gericht soll die umweltfreundlichste und gesündeste Option darstellen und gleichzeitig eine kostengünstige Alternative für alle Studierenden bieten. „Wir wollen eine Mensa, die es ermöglicht, sich bewusst und nachhaltig zu ernähren, ohne tief in die Tasche greifen zu müssen“, erklärt Isabella Hennessen, Sprecherin des BayStuRa. „Dabei ist es wichtig, dass Studierende mit Unverträglichkeiten und besonderen Ernährungsbedürfnissen nicht ausgeschlossen werden.“ Initiativen wie der Klimateller oder Anzeigen, die die Umweltbelastung verdeutlichen, tragen zu bewussten Entscheidungen und Sensibilisierung bei. Um die Klimabilanz der Hochschulgastronomie weiter zu verbessern, fordert der BayStuRa eine stärkere Fokussierung auf regionale und saisonale Lebensmittel. Der Bezug von Produkten aus der Region reduziert Transportemissionen und stärkt die lokalen Erzeuger. Die Verwendung saisonaler Produkte trägt zudem dazu bei, die Umweltbelastung durch Lagerung zu minimieren. „Wir sehen in der Kombination von Regionalität und Saisonalität einen Schlüssel zur nachhaltigen Hochschulgastronomie“, so Nils Weber, Sprecher des BayStuRa. „Durch transparente Kennzeichnung mit Siegeln wie Fairtrade und BIO wollen wir den Studierenden die Möglichkeit geben, informierte und verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen.“ „Mit diesen Initiativen schaffen wir eine nachhaltigere Hochschulgastronomie ebenso wie wir ein wichtiges Zeichen für soziale Gerechtigkeit setzen“, betonen die Sprecher*innen abschließend. Zahlreiche gute Beispiele, wie individuelle Portionsgrößen zur Müllreduktion oder 2 €-Gerichte, sollten an mehr Standorten genutzt werden. Der BayStuRa steht bereit, in einem regelmäßigen Austausch mit den Studierendenwerken Bayerns an der Umsetzung dieser Maßnahmen zu arbeiten und so die Gastronomie zu einem Vorbild für Nachhaltigkeit zu machen.
Der Bayerische Landesstudierendenrat (BayStuRa) äußert sich besorgt über die jüngste Preiserhöhung des Deutschlandtickets auf 58 Euro. Mit der bayerischen Ermäßigung von 20 Euro wird das Ticket für Studierende in Bayern künftig 38 Euro kosten – ein Anstieg von rund 30 % gegenüber dem bisherigen Preis von 29 Euro. Diese Erhöhung liegt deutlich über der Inflationsrate und übersteigt die jüngste Erhöhung des BAföG-Satzes, was die finanzielle Belastung für Studierende weiter verschärft und die Attraktivität des Tickets gefährdet. Der BayStuRa fordert daher Maßnahmen, um den Preisanstieg abzufedern und die Mobilität der Studierenden weiterhin zu gewährleisten. Hierzu müssen gleichermaßen Bund und Länder Möglichkeiten ausloten, ihre Subventionen zu erhöhen. Gerade eine Erhöhung der Ermäßigung würde großen Mehrwert schaffen. Der BayStuRa betont zudem, dass das Deutschlandticket auch im ländlichen Raum attraktiv bleiben muss. Ein vollsolidarisches Modell, wie es in anderen Bundesländern angewendet wird, ist für ein Flächenland wie Bayern keine geeignete Lösung. Um den Vorlaufzeiten für Alternativen wie Semestertickets gerecht zu werden, fordert der BayStuRa langfristige finanzielle Sicherheit und stabile Preise, die eine nachhaltige Planbarkeit für Studierende gewährleisten.
Der Bayerische Landesstudierendenrat (BayStuRa) äußert sich besorgt über die jüngsten Vorschläge zur Erhöhung des Deutschlandticket-Preises auf mindestens 64 Euro, wie von Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter angekündigt. Angesichts der steigenden Kosten und der Unsicherheit über die Finanzierung des Tickets fordert der BayStuRa eine klare Positionierung für Preisstabilität, um die Mobilität der Studierenden nicht zu gefährden. Der Freistaat Bayern bezuschusst derzeit das Deutschlandticket mit 20 Euro pro Monat, wodurch Studierende aktuell 29 Euro zahlen; bei einer Preiserhöhung auf 64 Euro würde das Ticket zukünftig 44 Euro kosten, was einer Preiserhöhung für Studierende um etwa 50 % entspricht. „Eine solche Preissteigerung würde die Schwelle von 30 Euro überschreiten, die für viele Studierende bereits jetzt eine finanzielle Belastungsgrenze darstellt“, erklärt Isabella Hennessen, Sprecherin des BayStuRa. „Ein erschwinglicher ÖPNV ist unerlässlich, um Mobilitätskosten gering zu halten und den Zugang zu Bildung zu erleichtern.“ Nils Weber, ebenfalls Sprecher des BayStuRa, hebt hervor: „Das Deutschlandticket ist zentral für die Planbarkeit und Mobilität von Studierenden. Besonders in Bayern, wo hohe Mieten viele zum Pendeln zwingen, ist ein stabiler Preis unverzichtbar, um Studium und Alltag verlässlich zu organisieren.“ Jakob Sehrig, Sprecher des BayStuRa, fügt hinzu: „Ein bezahlbarer ÖPNV ist entscheidend für die ökologische Nachhaltigkeit und die Erreichbarkeit der Hochschulen. Eine Preiserhöhung würde die Nutzung einschränken und die Fortschritte zu umweltfreundlicher Mobilität gefährden.“ Der Bayerische Landesstudierendenrat ruft die Verantwortlichen auf, das Deutschlandticket als Erfolgsmodell nicht zu gefährden und die Investitionen in den öffentlichen Personennahverkehr gezielt zu intensivieren. Es ist essenziell, dass die Interessen der Studierenden bei den anstehenden Verhandlungen berücksichtigt werden, um eine nachhaltige und zukunftsorientierte Lösung für den ÖPNV in Bayern zu finden.
Der Bayerische Landesstudierendenrat (BayStuRa) fordert umfassende Reformen im Bereich des Lehramtsstudiums, um die Studiengänge attraktiver zu gestalten und die Zahl der Studierenden und Absolvent*innen zu erhöhen. „Statt weiterer Sondermaßnahmen benötigen wir eine grundlegende Reform der Studiengänge, sodass die Flexibilität erhöht und die Studierbarkeit gesichert wird“, so Nils Weber, Sprecher des BayStuRa. Studiengänge müssen akkreditiert und Entwicklungen an Universitäten mitbedacht werden. Er führt weiter aus: „Zur Studierbarkeit zählt auch die finanzielle Sicherheit, die wir für BAföG-Empfänger*innen durch Anerkennung der Vorbereitungszeit des Staatsexamens fordern.“ Die Probleme sind so vielschichtig wie die Fächerkombination unterschiedlich sind. Der hat zur Vernetzung eine Arbeitsgruppe ins Leben gerufen und muss feststellen: Viele Probleme treten bei allen Lehramtsformen auf. So wird dringend eine bessere Betreuung in Praktika benötigt, die zudem als Prüfungsleistung anerkannt werden müssen. Gerade diese helfen, den Praxisschock zu überwinden. „Vor allem die zweite Phase der Lehrkräftebildung bereitet uns Sorgen“, so Sprecher Jakob Sehrig. „Es gibt kaum Transparenz und Planbarkeit im Vorfeld und während dieser Phase fehlen Ombudspersonen, die Abhängigkeiten von Einzelpersonen reduziert“, fährt er vor. Ein elementares Problem liegt an dieser Stelle an der fehlenden Verzahnung des Studiums mit der zweiten Phase. Doch auch die erste Staatsexamensprüfung als Abschluss der ersten Phase bedarf einer Überarbeitung. Ein modularisiertes Studium, das durch eine zentralisierte Prüfung mit Nischenthemen abgeschlossen wird, erscheint längst nicht mehr zeitgemäß. Objektive Bewertungskriterien ebenso wie ein Fokus auf relevante, zentrale Inhalte würden die Prüfung maßgeblich voranbringen. „Unser Ziel muss es sein, die Studiengänge attraktiver zu gestalten, damit wir die Zahl der erfolgreichen Abschlüsse und Übertritte ins Referendariat erhöhen können. Darüber hinaus werden wir durch eine intensive Überarbeitung die psychische Belastung reduzieren und somit den Lehrkräftemangel entschärfen“, urteilt Isabella Hennessen, Sprecherin des BayStuRa.
Der Bayerische Landesstudierendenrat (BayStuRa) spricht sich entschieden gegen den Beschluss der Bayerischen Staatsregierung aus, die Verwendung von Gendersprache in der offiziellen Hochschulkommunikation zu untersagen. Diese Entscheidung widerspricht dem Prinzip der Inklusion und Chancengleichheit und ignoriert die Bedürfnisse vieler Mitglieder der Hochschulgemeinschaft, insbesondere solange keine adäquate Alternative geboten wird. „Sprache beeinflusst unser Denken und Handeln“, betont Jakob Sehrig, Sprecher des BayStuRa. „Indem wir gendersensible Sprache verwenden, schaffen wir ein inklusiveres Umfeld, in dem sich alle Mitglieder der Hochschulgemeinschaft respektiert und angesprochen fühlen.“ Die Verwendung gendersensibler Sprache, zum Beispiel in Form von Binnenzeichen, ist ein wesentlicher Schritt zur Sichtbarmachung geschlechtlicher Vielfalt. Traditionelle Formulierungen wie „sehr geehrte Damen und Herren“ oder das generische Maskulinum („Wissenschaftler“) ignorieren nicht-binäre Personen und verstärken Geschlechterstereotype. „Gendersensible Sprache ist ein wichtiger Baustein, um Diskriminierung abzubauen und Gleichberechtigung zu fördern“, erklärt Isabella Hennessen, Sprecherin des BayStuRa. „Besonders an Hochschulen müssen wir auch in der Sprache der Diversität unserer Gemeinschaft gerecht werden, um eine vielfältige und gerechte Bildungslandschaft zu schaffen.“ Seit der rechtlichen Anerkennung des dritten Geschlechtseintrags „divers“ in Deutschland ist es unerlässlich, auch nicht-binäre Personen sprachlich einzubeziehen. „Es ist unsere Verantwortung, eine Sprache zu wählen, die alle Menschen einschließt“, so Nils Weber, Sprecher des BayStuRa. „Nur so können wir sicherstellen, dass niemand aufgrund der eigenen Geschlechtsidentität unsichtbar gemacht wird.“ Der Bayerische Landesstudierendenrat fordert die Bayerische Staatsregierung auf, sprachliche Freiheiten zu wahren und ein Verbot von Gendersprache aufzuheben. Anstatt Vorgaben zu machen, sollte die Nutzung einer inklusiven Sprache gefördert werden, um alle Mitglieder der Gesellschaft ausdrücklich einzubinden und zur Chancengleichheit beizutragen.
Der Bayerische Landesstudierendenrat (BayStuRa) fordert eine verstärkte Förderung eines nachhaltigen öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) für alle Studierenden in Bayern. Angesichts steigender Wohnkosten und der zunehmenden Mobilität zwischen verschiedenen Hochschulstandorten unterstreicht der BayStuRa die zentrale Rolle eines gut ausgebauten und bezahlbaren ÖPNV. „Wohnraum ist knapp und teuer geworden, insbesondere für Studierende in den Metropolregionen“, erklärt Isabella Hennessen, Sprecherin des BayStuRa. „Ein leistungsfähiger, bezahlbarer ÖPNV kann dazu beitragen, die Wohnungsnot zu mildern und Studierenden eine erschwingliche Mobilitätslösung zu bieten.“ Nils Weber, Sprecher des BayStuRa, fügt hinzu: „Viele Studierende pendeln zwischen verschiedenen Hochschulstandorten, was eine zuverlässige und kostengünstige Transportmöglichkeit erfordert. Nach unserem erfolgreichen Einsatz für das 29€-Ticket für Studierende und Auszubildende, ist nun besonders ein Ausbau des ÖPNV unerlässlich.“ „Ein bezahlbarer und effizienter ÖPNV ist ein entscheidender Faktor für die Lebensqualität von Studierenden. Durch einen verbesserten ÖPNV können sie flexibler sein und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leisten“, betont Jakob Sehrig, Sprecher des BayStuRa. Der Bayerische Landesstudierendenrat fordert daher eine zügige Erweiterung des ÖPNV, insbesondere durch die Umsetzung von Projekten wie der Stadt-Umland-Bahn Nürnberg-Erlangen-Herzogenaurach, der Stadtbahn Regensburg oder der Bayreuther Straßenbahn. Gleichzeitig betont der BayStuRa die Bedeutung einer langfristigen und planungssicheren Verstetigung erfolgreicher Mobilitätsangebote wie des bisherigen bayerischen Ermäßigungstickets (29€-Ticket) für Studierende. Der Bayerische Landesstudierendenrat ruft die Verantwortlichen dazu auf, die Investitionen in den öffentlichen Personennahverkehr zu intensivieren, um eine nachhaltige und zukunftsorientierte Mobilität für alle Studierenden zu gewährleisten. Er verweist zudem auf wichtige Bürgerbegehren am 09. Juni in Erlangen und Regensburg, bei denen wichtige Entscheidungen zur Zukunft des ÖPNV getroffen werden.
Der Bayerische Landesstudierendenrat (BayStuRa) spricht sich entschieden gegen die seit dem 1. Januar 2023 durch das Bayerische Hochschulinnovationsgesetz ermöglichte Einführung von Studiengebühren für Nicht-EU-Studierende aus und fordert deren sofortige Abschaffung an bayerischen Hochschulen. Diese Gebühren widersprechen dem Prinzip der Chancengleichheit und belasten internationale Studierende unverhältnismäßig. Seit dem Inkrafttreten des Gesetzes können bayerische Hochschulen von Studierenden aus Nicht-EU-Ländern Gebühren erheben. Dies führt nicht nur zu finanziellen Belastungen für die Betroffenen, sondern mindert auch die Attraktivität Bayerns als internationalen Studienstandort und schreckt potenzielle Fachkräfte der Zukunft ab. Die Gebühren resultieren aus unzureichender staatlicher Finanzierung und mangelndem Engagement für Bildungsgerechtigkeit. „Internationale Studierende, die oft nur begrenzte finanzielle Mittel haben, stehen unter enormem Druck“, stellt Nils Weber, Sprecher des BayStuRa, fest. „Die instabilen globalen Entwicklungen, zeigen deutlich, dass Studiengebühren keine zuverlässige Finanzierungsquelle sind.“ Diese Gebühren riskieren, qualifizierte Talente abzuschrecken, was den Fachkräftemangel weiter verschärfen würde. Zudem leisten zahlreiche internationale Studierende, die nach Abschluss ihres Studiums im Land verbleiben, einen wesentlichen Beitrag zur Stabilisierung des Arbeitsmarktes. „In Baden-Württemberg zeigen sich die abschreckenden Auswirkungen der Studiengebühren: Während im übrigen Bundesgebiet die Zahl der internationalen Studierenden gestiegen ist, nimmt sie hier ab“, erklärt Sascha Wellmann, vom freien zusammenschluss von student*innenschaften (fzs). „Studiengebühren sind nicht nur finanzielle Barrieren, sondern signalisieren auch eine Abkehr von der Offenheit und Diversität unserer Hochschullandschaft“, betont Jakob Sehrig, Sprecher des BayStuRa. „Wir müssen Barrieren abbauen, nicht errichten, um den essenziellen wissenschaftlichen und kulturellen Austausch zu fördern, der unsere Gesellschaft und Wirtschaft maßgeblich voranbringt“, fasst Isabella Hennessen, Sprecherin des BayStuRa, zusammen. Der Bayerische Landesstudierendenrat fordert den Freistaat Bayern auf, einen umfassenden Finanzierungsplan zu entwickeln, der Studiengebühren obsolet macht und die Hochschulbildung für alle zugänglich hält.
Die bayerischen staatlichen Kunsthochschulen und der Bayerische Landesstudierendenrat erkennen an, dass die Strukturen an Kunsthochschulen Übergriffe und Machtmissbrauch begünstigen können. Kunsthochschulen sind künstlerisch-wissenschaftliche Studien- und Arbeitsorte, an denen das gleichberechtigte, vertrauens- und respektvolle Miteinander der Angehörigen, Mitglieder und Gäste der Hochschule ausdrückliches Leitprinzip sein muss. Die Kunsthochschulen und der Bayerische Landesstudierendenrat lehnen alle Formen von Diskriminierung und Machtmissbrauch strikt ab und treten ihnen aktiv entgegen. Die große individuelle Nähe sowie die besonderen Strukturen und Abhängigkeitsverhältnisse in einem künstlerisch-wissenschaftlichen Ausbildungsbetrieb sind in besonderem Maße anfällig dafür. Die Hochschulen dulden diesen Missbrauch in keiner Form. Alle Mitglieder der Hochschulen sind daher aufgefordert, an der Gestaltung eines wertschätzenden und gewaltfreien Arbeits- und Studienumfeldes mitzuwirken, das Raum für künstlerische Entfaltung bietet. Die Hochschulen haben hierzu bereits zahlreiche Aktivitäten, Strukturänderungen, Sensibilisierungsangebote auf den Weg gebracht. Die Auseinandersetzung mit Machtmissbrauch, Diskriminierung und sexualisierter Gewalt verstehen die Hochschulen als fortlaufende und aktive Aufgabe. Der offene Dialog inner- und außerhalb der Hochschulen mit allen Beteiligten ist dafür unerlässlich. Die Kunsthochschulen und der Bayerische Landesstudierendenrat haben sich aus diesem Grund zusammengeschlossen, um gemeinsam jeder Form von Machtmissbrauch, Diskriminierung und sexualisierter Gewalt aktiv entgegenzutreten und gesicherte Strukturen für das Empowerment von Studierenden und Mitarbeitenden sowie die Sensibilisierung und Weiterbildung aller Hochschulmitglieder innerhalb der rechtlichen Möglichkeiten zu etablieren. Machtmissbrauch, Diskriminierung und (sexualisierte) Gewalt haben keinen Platz an den bayerischen Kunsthochschulen! Ergänzend wird darauf hingewiesen, dass die Rektorenkonferenz der deutschen Musikhochschulen eine detaillierte Stellungnahme vorbereitet.
Der Bayerische Landesstudierendenrat traf sich am 24. März 2024 im Bayerischen Landtag, um Themen von Inklusion über Chancengleichheit bis Vielfalt in der bayerischen Hochschullandschaft zu diskutieren. Im Rahmen der jährlichen Landtagssitzung des bayerischen Landesstudierendenrats kamen 140 Studierendenvertreter:innen aus über 30 Hochschulen sowie Gäste anderer Landesstudierendenvertretungen und der freie zusammenschluss von Student*innenschaften (fzs) e. V. zusammen. Diese wurde mit der SPD-Fraktion, vertreten durch den stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Volkmar Halbleib, MdL, ausgerichtet. Volkmar Halbleib, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Katja Weitzel, hochschulpolitische Sprecherin: „Die SPD-Landtagsfraktion unterstützt die Ziele des Bayerischen Landesstudierendenrats. Die Umsetzung von Diversität, Chancengleichheit und Inklusion gehören zu den Grundaufgaben der Universitäten und Hochschulen in Bayern. Ein offener Dialog und demokratische Diskurse sollten an den Wissenschaftseinrichtungen vorbildlich für die ganze Gesellschaft gelebt werden. Chancengleichheit heißt für uns aber auch ein gebührenfreies Studium für alle, auch für Studierende aus nicht EU-Ländern. Wichtig ist für uns, dass das Studium für niemanden zu einer Frage des Geldbeutels wird. Studierende brauchen mehr Angebote an bezahlbarem Wohnraum. Mit einer Stärkung der Studierendenwerke setzen wir uns für mehr Wohnheimplätze und den Ausbau der dringend notwendigen psychologischen Beratungsstellen ein.“ Die Sitzung stellte das Ende der Amtszeit der amtierenden Sprecher:innen Annabel Wolter, Torsten Utz und Michael Ruppert dar. Während die vergangene Periode von der Institutionalisierung des Gremiums geprägt war, ist nun geplant, auf den neuen Strukturen aufzubauen und den Schwerpunkt auf die inhaltliche Weiterentwicklung des Gremiums zu setzen. Die Sitzung im Landtag gab einen Startschuss für die kommende Amtszeit der im Januar neu gewählten Sprecher:innen. Das neue Team setzte mit ihrem Leitantrag „Diversität, Chancengleichheit und Inklusion in der bayerischen Hochschullandschaft“ den inhaltlichen Startschuss für die kommende Amtsperiode. Zu den Themen Diversität, Chancengleichheit und Inklusion werden in den nächsten Wochen noch weitere Details erarbeitet werden, welche dem Gremium zum Beschluss vorgelegt werden sollen. „Es ist uns ein großes Anliegen, hochschulpolitische Themen, welche den Studierenden in Bayern wichtig sind, zu platzieren. So werden beispielsweise die sozialen Themen BAföG, Studentisches Wohnen und Mobilität einen großen Raum einnehmen“, erläutert Isabella Hennessen, designierte Sprecherin des Bayerischen Landesstudierendenrats. „Es ist essenziell, sich für Demokratie und Diversität an Bayerns Hochschulen einzusetzen. Diskriminierung und Rassismus dürfen in pluralistischen, vielfältigen Hochschulgemeinschaften keinen Platz finden. Eine offene Diskussionskultur muss verstärkt gefördert werden“, so der designierte Sprecher Jakob Sehrig. „Um dieser Vielfalt gerecht zu werden, muss auch im Lehrbetrieb viel passieren. Inklusion und Chancengerechtigkeit sind an vielen Stellen noch nicht ausreichend gegeben, sodass wir uns dafür stark machen werden, unter anderem vermehrt die Barrierefreiheit voranzubringen“, ergänzt der designierte Sprecher Nils Weber. „Unsere Nachfolger:innen haben mit ihrem Leitantrag richtungsweisend vorgelebt, wie sie mit höchster Motivation und Engagement den Verband in die Zukunft lenken wollen. Durch die inhaltliche Fokussierung kann sich der Bayerische Landesstudierendenrat aufbauend auf unsere Arbeit hervorragend in der bayerischen Hochschullandschaft positionieren. Dafür wünschen wir den neuen Sprecher:innen viel Erfolg“, so die amtierenden Sprecher:innen Annabel Wolter, Torsten Utz und Michael Ruppert. Das Sprecher:innen-Team blickt zuversichtlich auf das Amtsjahr und freut sich auf die vielen, wertvolle Impulse der studentischen Vertreter:innen, die die gemeinsame Arbeit des Verbands prägen.
Die diesjährige Wahlsitzung des Bayerischen Landesstudierendenrats (BayStuRa) fand am 14. Januar 2024 an der Technischen Hochschule Nürnberg statt. Das kommende Amtsjahr wird von der Festigung des BayStuRa, der nun in das erste volle Amtsjahr nach der Konstituierung startet, geprägt sein. Das neue Team wird ab dem 1. April 2024 den BayStuRa anführen. Künftig werden Jakob Sehrig (21, Hochschule für Musik Nürnberg), Nils Weber (24, Technische Hochschule Nürnberg) und Isabella Hennessen (26, Technische Universität München) die fast 400.000 Studierenden Bayerns vertreten. “Ich sehe eine große Verantwortung in der Aufgabe, mit der wir betraut wurden und danke den Delegierten für ihr Vertrauen”, so Isabella Hennessen. “Ich freue mich sehr, die Studierenden in Bayern im kommenden Jahr auf Landesebene vertreten zu dürfen”, fügt Nils Weber an. “Nachdem zuletzt vor zehn Jahren ein Studierender einer Kunsthochschule den BayStuRa als Sprecher vertreten durfte, ist es mir eine große Freude, dass nun mir diese Ehre zuteil wird”,betont Jakob Sehrig. Die bisherigen Sprecher:innen Annabel Wolter, Torsten Utz und Michael Ruppert haben das Gremium erfolgreich durch den Aufbau begleitet. “Die letzten Monate wurden stark geprägt durch den organisatorischen Aufbau und die thematische Grundsteinlegung des neu konstituierten BayStuRa. Wir freuen uns, das Gremium in verantwortungsvolle Hände zu legen”, erläutern die noch amtierenden Sprecher:innen. “Der endlich festgeschriebene BayStuRa muss im kommenden Jahr noch stärker etabliert werden und so ein fester Ansprechpartner rund um alle hochschulpolitischen Belange werden”, so sind sich die neuen Sprecher:innen des BayStuRa einig. Nach der erstmaligen Konstituierung und dem damit verbundenen Transformationsprozess, wollen Hennessen, Sehrig und Weber wieder starke inhaltliche Akzente setzen. “Die bayerische Hochschullandschaft muss nachhaltig werden und sich für die Zukunft rüsten. Nachhaltige Standortentwicklung und ein Ausbau erneuerbarer Energien sind hierbei ebenso Thema wie die Fortschreibung bezahlbarer Mobilität im Rahmen des ermäßigten 49 €-Tickets”, erläutert Jakob Sehrig. Für Isabella Hennessen ist die Überarbeitung der Lehre ein wichtiges Themenfeld für das kommende Amtsjahr. “Lehrkonzepte und Prüfungsmodalitäten müssen an moderne Entwicklungen angepasst werden, damit die Hochschulen und Universitäten zukunftsfähig bleiben”, ergänzt die Studentin, die über ihre eigene Universität hinaus auch in die Gründungskommission der Technischen Universität Nürnberg bestellt ist. Nils Weber möchte vor allem die Vernetzung innerhalb der Studierendenschaft weiter fördern. “Für eine starke Interessenvertretung auf Landesebene ist es essenziell, dass wir die Stimmen aller Studierenden vertreten können. In Bayerns diverser Studierendenschaft gilt es insbesondere, die zunehmende Anzahl an internationalen Studierenden mitzuberücksichtigen und sicherzustellen, dass diese in gleicher Weise Zugang zur bayerischen Hochschullandschaft erhalten.” Zusammenfassend stellt das neu gewählte Sprecher:innen-Team fest: “Vor uns liegen anspruchsvolle Themen, denen wir mit Freude, Respekt und voller Einsatz begegnen.”
Die bayerischen Lehramtsstudierendenvertretungen haben gemeinsam die Umfrage “Stimmungsbild Lehramt in Bayern” unter rund 3000 bayerischen Lehramtsstudierenden durchgeführt. Die Ergebnisse geben, gerade in Bezug zu den jüngsten PISA-Ergebnissen, Anlass zur Sorge und bekräftigen den dringend erforderlichen Handlungsbedarf in der bayerischen Lehramtsausbildung: Nur jede:r fünfte bayerische Lehramtsstudierende empfindet die Praktikastruktur als sinnvoll und praxisnah für das spätere Berufsleben. Die Betreuung durch überarbeitete Praktikumslehrkräfte und teilweise fachfremde Dozierende wird von der Hälfte der Studierenden als deutlich unzureichend empfunden. Besonders unverständlich: Dem Betriebspraktikum, mit acht Wochen (320 Arbeitsstunden) als längstes Praktikum im Studium, fehlt jeglicher pädagogische und schulische Bezug. Dies ist höchst problematisch, da es umfassender ist als alle anderen schulischen Praktika zusammen, was zwangsweise die Frage aufwirft, weshalb weiterhin daran festgehalten wird. Es wird lediglich das Gefühl vermittelt, dass „Lehrämtler eben auch mal erleben sollen, wie es ist, wirklich zu arbeiten“, was zu einer maximalen Demotivation und Herabwürdigung des Studiengangs führt, wie in den qualitativen Daten der Umfrage zu lesen ist. 75% der bayerischen Lehramtsstudierenden empfinden das Staatsexamen als völlig unangemessen und nicht zeitgemäß. Die durchweg modulare Struktur eines Lehramtsstudiums, im Gegensatz zu einer zentralisierten staatlichen Abschlussprüfung, wird als unvereinbar betrachtet. Dies sorgt für derart großes Unverständnis und Missmut, dass jeder Dritte bereits im Studium erwägt, das Lehramtsstudium aufgrund des Staatsexamens in Bayern abzubrechen und in einem anderen Bundesland fortzusetzen. Eine sich abzeichnende „Lehramtsflucht“ aus Bayern muss aus Sicht der Studierenden durch Reformen vom Kultus- und Wissenschaftsministeriums dringend vermieden werden! Drei von vier bayerischen Lehramtsstudierenden haben bereits im Studium große Angst vor dem Referendariat, während gerade einmal etwas mehr als 5% angeben, sich darauf zu freuen. Die unverständliche, familienunfreundliche und nicht mehr zeitgemäße Versetzungspolitik des Kultusministeriumsführt dazu, dass über die Hälfte der Studierenden über einen Berufswechsel oder über den Wechsel des Bundeslandes nachdenkt. Die bayerischen Lehramtsstudierenden und der Bayerische Landesstudierendenrat fordern dringend eine Überarbeitung der Lehrkräfteausbildung. „Wie sollen die jetzigen und zukünftigen Lehrkräfte bei den aktuellen katastrophalen PISA-Ergebnissen zur Rechenschaft gezogen werden, wenn esoffensichtlich bereits an der als „exzellent“ bezeichneten Ausbildung scheitert?“, kritisiert Torsten Utz, Sprecher des Bayerischen Landesstudierendenrats. Die Struktur der wichtigen Praktika muss überdacht und verbessert werden. Von Studierenden als nicht gewinnbringend empfundene Strukturen wie das Betriebspraktikum müssen Platz für Neues und Innovatives schaffen. „Es ist desaströs, dass trotz des seit Jahren vorherrschendem eklatanten Lehrkräftemangels an Staatsexamen und der derzeitigen Versetzungspolitik festgehalten wird!“, moniert Elias Stubenvoll, Vertreter der bayerischen Expertenkommission zur Weiterentwicklung der Lehrerbildung. Es muss darüber nachgedacht werden, inwieweit die hier in Bayern ausgebildeten Lehrkräfte gehalten und die sich abzeichnende „Lehramtsflucht“ aus Bayern verhindert werden kann. Sowohl das Studium als auch die Arbeitsbedingungen danach müssen dringend attraktiv gestaltet werden, wenn sich auch in den folgenden Jahren junge Menschen noch für ein Lehramtsstudium entscheiden sollen. Die gesamten Umfrageergebnisse können hier beim Bayerischen Landesstudierendenrat eingesehen werden: https://baystura.de/wp-content/uploads/2023/12/Quantitative-Erstauswertung-Stimmungsbild-Lehramt-Bayern.pdf Kontakt fürRückfragen:Elias Stubenvoll – Studentischer Vertreter der Expertenkommission zurWeiterentwicklung der LehrerbildungTel.: +49 (0) 9195 6982324E‑Mail: elias-matthias.stubenvoll@stud.uni-bamberg.de BayerischerLandesstudierendenratTel.: +49 (0) 156/78497658E‑Mail: sekretariat@baystura.de
„Die bayerische Hochschulpolitik bekommt weder eine Vision noch einen Fahrplan“ stellt Michael Ruppert, Sprecher des Bayerischen Landesstudierendenrats klar. Gespannt haben die Studierenden als größte Statusgruppe der bayerischen Hochschullandschaft auf die Unterzeichnung und die Details zu dem Koalitionsvertrag gewartet. Die Ergebnisse der Verhandlungen wirken eher wie ein Schlag ins Gesicht. Von dem Fortschritt, der die bayerische DNA ausmachen soll, ist nichts erkennbar. In den vier Seiten über die bayerische Wissenschaftslandschaft findet sich neben vielen Wörtern wenig Inhalt. „Große soziale Herausforderungen der Studierenden wie die zunehmend angespannte finanzielle Situation und die psychische Belastung werden gar nicht thematisiert. Stattdessen wird damit geprahlt, dass das Studium kostenlos wäre. Dies entspricht nicht der Realität, sondern ist glatt gelogen“, empört sich Torsten Utz, Sprecher des Bayerischen Landesstudierendenrats. Es gibt nur wenige Punkte, die erkennen lassen, dass es sich um den Koalitionsvertrag von 2023 und nicht von 2018 handelt. So wird von einer Verbesserung der Rahmenbedingungen für wissenschaftliche Karrieren von Frauen gesprochen. Ein Ziel, das bereits mit dem Kaskadenmodell im Bayerischen Hochschulinnovationsgesetz verankert wurde. „Sich der Umsetzung der eigenen Gesetze zu verpflichten, zeugt nicht gerade von Innovationskraft“ unterstreicht Annabel Wolter, Sprecherin des Bayerischen Landesstudierendenrats. Zudem ist von der 2018 versprochenen soliden Grundfinanzierung der Lehre in dem neuen Koalitionsvertrag nichts wiederzufinden. Der Bayerische Landesstudierendenrat fordert die Bayerische Staatsregierung dazu auf, sich ernsthaft mit den Sorgen und Problem der bayerischen Studierenden auseinanderzusetzen und signalisiert Gesprächsbereitschaft für die zukünftige Gestaltung der bayerischen Hochschullandschaft in den kommenden fünf Jahren.
Am 23. Juli hat sich im Beisein von Staatsminister Blume und dem Fraktionsvorsitzenden der Freien Wähler, Florian Streibl, in einem festlichen Rahmen der Bayerische Landesstudierendenrat (BayStuRa) konstituiert. Zu der ersten Sitzung des Gremiums reisten über 200 Studierende aus 40 Hochschulen in ganz Bayern an. Auch die Abgeordneten des Landtagsausschusses für Wissenschaft und Kunst nahmen an diesem historischen Akt teil und sicherten zugleich eine gemeinsame Sitzung in den nächsten Monaten zu. Die Veranstaltung wurde durch Grußworte des Staatsministers Markus Blume, des Fraktionsvorsitzenden der Freien Wähler, Florian Streibl, des Vorsitzenden des Landtagausschusses für Wissenschaft und Kunst Robert Brannekämper sowie der Abgeordneten des Ausschusses eröffnet. Anschließend stellte sich der Staatsminister begeistert den spannenden Fragen des Plenums. Nach dem Beschluss der Geschäftsordnung und damit der formellen Konstituierung des Bayerischen Landesstudierendenrats, wählten die Delegationen Annabel Wolter, Torsten Utz und Michael Ruppert zu den ersten Sprecher*innen des BayStuRa. “Wir wollen Studierenden in ganz Bayern eine Stimme geben und unsere Themen gezielt platzieren”, betonen die Sprecher*innen Annabel Wolter, Michael Ruppert und Torsten Utz. Es geht um große Themen wie studentischen Wohnraum und die Ausgestaltung des BAföG. Aber gerade auch die Themen direkt an den Hochschulen wie die Qualität in Lehre und Prüfungen sind ein großes Thema der bayerischen Studierendenvertretungen. Annabel Wolter, Sprecherin des BayStuRa: “Nachdem der Wunsch einer gesetzlich verankerten Vertretung auf der Landesebene über mehrere Jahre ignoriert wurde, ist dieser Tag mehr als überfällig”. Mit der Verankerung des BayStuRa geht ein Informations‑, Vorschlags- und Anhörungsrecht gegenüber dem Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst einher. “Damit werden wir endlich als das anerkannt, was wir schon seit Jahren sind: Ein relevanter Teil der politischen Debatte” unterstreicht Torsten Utz, Sprecher des BayStuRa. Wie auch die Vorgängerinstitution, die Landes-ASten-Konferenz (LAK) Bayern, möchte der BayStuRa eng mit den Verbänden und Akteur*innen aus der bayerischen Hochschullandschaft zusammenarbeiten. “Die konstituierende Sitzung hat bereits gezeigt, dass wir als anerkannter Partner nahtlos weiter mit unserem Netzwerk zusammenarbeiten können. Viele langjährige Vertraute sind zur Sitzung erschienen, um diese partnerschaftliche Verbundenheit zu unterstreichen”, erläutert Michael Ruppert, Sprecher des BayStuRa. Die Konstituierung des BayStuRa war ein voller Erfolg. Dazu Wissenschaftsminister Markus Blume „Ein historischer Tag für Bayerns Studierende und eine echte Premiere! In der Herzkammer der bayerischen Demokratie schreiben wir heute Geschichte bei der studentischen Mitbestimmung im Freistaat: Der Landesstudierendenrat ist die erste gesetzlich etablierte Interessen-vertretung der Studierenden auf Landesebene. Das ist ein zukunftsweisender Erfolg unseres neuen Bayerischen Hochschulinnovationsgesetzes und damit der gesamten bayerischen Hochschulfamilie! Ich sehe den Landesstudierendenrat als wichtige Stimme bei studienpolitischen Fragen in Bayern, denn erfolgreiche Hochschulpolitik ist nur mit den Studierenden gemeinsam möglich. Deshalb wünsche ich dem gewählten Team der Sprecherinnen und Sprecher und allen Beteiligten viel Tatkraft und freue mich auf eine gute Zusammenarbeit: Lassen Sie uns die Zukunft des Wissenschaftslandes Bayern gemeinsam gestalten!“ Weitere Stimmen der Veranstaltung finden sich auch unter konstituierung.baystura.de.